Dein täglicher Umgang mit Gott in der Bibel

 „Freude an der Bibel“
Konzeptentwurf eines kreativen Bibelstudienheftes
für engagierten Umgang mit Gottes Wort

Ein Testangebot für die Bewertung des Entwurfs und
evtl. Mitarbeit im Autorenteam

Fleißigen Nutzern der geistlichen Impulse im Studienheft
wird folgender Gewinn versprochen:

  • tiefgreifende Charakter-Erneuerung
  • nachhaltige Persönlichkeitsbildung
  • Bewältigung persönlicher Lebensprobleme
  • Optimierung des eigenen Gabenpotentials
  • Entwicklung biblischer Denk- und Sprachfähigkeit
  • aktive Mitgestaltung bei Bibelgesprächen
  • Zurüstung für den Verkündigungsdienst

Wie kam es zu diesem Blog-Testangebot?

Meinem letzten  Blogbeitrag hatte  ich folgendes „Kompliment“ beigefügt:
„Meine liebe Frau, Gretel, hat diesen Blogbeitrag mit Korrektur- und Sachkompetenz mehrmals kritisch gelesen und mit mir besprochen. Dafür möchte ich sie mit dem Kompliment samt eines netten Jugendbildes als kleinen Dank – überraschen.  Ausführlich in meiner Buchwidmung“.
(Bitte zum näheren Ansehen offen lassen oder für einen Testdurchgang downloaden bzw. ausdrucken).
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Der falsche Link zur eigentlichen  „Buchwidmung“ (Seite 2) war ein reines Versehen. Er hat stattdessen den Entwurf meines neuen Bibelstudienheftes „Freude an der Bibel“ ins Blickfeld gerückt.
Fügung – Zufall – oder bloßes Versehen beim Selektieren des Links? Die erfolgten Aufrufe des Fehl-Links ließen mich ahnen, dass der Impuls vielleicht für eine persönlich-aktuelle  und dazu moderne „Bibelstudien-Einheit“ wichtig und genau das Richtige ist.
Ich folge dem inneren Wink und werde hiermit das Zufalls-Studienangebot als jetzigen Blogbeitrag posten.
Falls Dir der Entwurf nach Deinem Test zusagt, lade ich Dich zur aktiven Mitarbeit ein. Wenn Du magst, dann beantworte mir kurz folgende Fragen:
1. Meinst Du, man sollte/könnte davon eine Heftreihe erarbeiten und publizieren?
2. Welche Verbesserungsvorschläge fallen Dir ein?
3. Wärst Du bereit, im Herstellungsteam mitzuarbeiten? Wenn ja, wobei?

Ich bin gespannt!
„Eilige“ Blogleser werden sich vielleicht für die nachfolgende  Motivation zum täglichen Umgang mit Gottes Wort interessieren:

Welchen Gewinn bringt dir die tägliche Zeit für Gott mit der Bibel?

Gottes Wort wird kräftiger in dir wirken
Das Wort Gottes ist in sich „lebendig und kräftig“ (Hebr 4,12). Aus seiner Kraftfülle wurdest du wiedergeboren (1 Petr 1,21). Zugleich enthält es geistliche Kraftnahrung für deinen neuen „geistlichen Menschen“. Wie ein Baby kann und wird dieser bei genügend „Muttermilch“ gut gedeihen und wachsen. Täglicher, intensiver Bibelumgang ist jedoch unerlässlich, damit das geistliche „Stillen“ gelingt.

Kreativer Bibelumgang verleiht dir neues Selbstvertrauen
Ohne Christus im Herzen würde dich das Studienheft-Konzept überfordern. Aber Christus in dir bewirkt das „Wollen und das Vollbringen“. Als neue Kreatur vermagst du „alles durch den, der dich mächtig macht“, Christus. Dein neues Selbst vertraut darauf, dass dir „alle Dinge möglich sind“, wenn du es glaubst.

„Lust an der Bibel“ (Ps 1,2) ermöglicht dir Selbstbeherrschung
Ohne Selbstbeherrschung kommst du zur „Zeit mit Gott“ jedoch nicht früh genug aus dem Bett. Christus als dein neues Selbst aber befähigt dich, deine Trägheit und Müdigkeit zu beherrschen. Du brauchst dich davon nicht mehr bestimmen zu lassen. Im Glauben lernst du trotz mancher Rückschläge, „im Leben zu herrschen“ durch den einen, Jesus Christus“.

Kräftige Bibel-Nahrung befähigt dich, stark zu werden (1 Joh 2,14)
Zum Aufstehtraining brauchst du nicht nur Zeit, sondern auch geistliche Energie. Das aber ist für dich als Christ kein Problem. Jesu Worte, die du zunehmend liest und hörst, befähigen dich, um „über Mauern zu springen“ (Ps 18,39). Die Mauern mögen Müdigkeit oder Trägheit, oder Augenlust oder Medienabhängigkeit heißen.

Freiwilliges Bibelstudium befreit dich von Verhaltenszwängen
Dein bisheriges Aufstehen geschah unter Verhaltenszwängen zum unvermeidbaren Früh-stücks- oder Arbeitsbeginn. Zur „Stillen Zeit“ zwingt dich jedoch niemand und nichts. Du tust es absolut freiwillig, weil dein neues Ich oder Selbst es so wünscht. Gewohnheits- und Bedürfniszwänge werden dir zu gehorchen beginnen. „Zu beginnen“ deshalb, weil du es – auch als Christ – zunächst einüben musst.

Bibeltraining fördert deine Persönlichkeitsbildung*
Gelegentliche Freiwilligkeitssiege sind zwar ermutigend, prägen aber nicht nachhaltig deine Persönlichkeit um. Charakter- und Persönlichkeitsbildung erfordern ein Freiwilligkeits- Verhalten als Lebensstil. Dieses Hochziel lässt sich auch von dir nicht ad hock, sondern nur langfristig unter ganzem Trainingseinsatz – nach Jesu Vorbild und dem von Paulus – erreichen (Apg 12,24-26; Phil 3,12).

Geordnetes Bibelstudium stabilisiert deinen Charakter
Ein wichtiges Merkmal für hohen Persönlichkeitswert ist der stabile Charakter. Du erhältst ihn – gleichsam nebenbei – durch das Einüben einer täglichen, intensiven Zeit für die Bibel. Ein Sieg auf dem „Kampfplatz“ Stille Zeit trägt entscheidend dazu bei, deine vielleicht selbst verschuldete oder ererbte Charakterlabilität zu bezwingen. Setze in deinem Tagesablauf daher bewusst neue Prioritäten! Plane eine konkrete Bibelstudienzeit ein, auch wenn es dir fast unmöglich erscheint. Das Freude-an-der-Bibel-Konzept wird dir dabei helfen.

Schriftliches Formulieren neuer Bibelimpulse macht dich geistig fit
Das Lesen oder Hören biblischer Wahrheit vermittelt Herzensimpulse. Sie gedanklich zu formulieren, vertieft und verankert sie. Sie werden „greifbarer“, um spontan oder ausführlicher darüber zu reden. Nimm dir die Zeit dafür! Übe es auf den leeren Zeilen und evtl. auch auf Zusatzpapier.

Bibelkreis-Austausch baut dich auf und befähigt zum Teilen
Unersetzbar ist der Erlebniswert beim intensiven Gespräch um die Bibel. Jeder darf hier zu Worte kommen. Jeder wird selber beschenkt und darf „Lebensbrot“ weitergeben. Die ei-genen Notizen in den Studienheften helfen dir, „einander zu dienen“ (1 Pt 4,10). Mach fröhlich mit! Beginne, dich darin zu üben!

Bibelerlebnis in Tagesrationen erhöht den Gewinn
Die „Tagesrationen“ der Studienhefte sind ergiebig und fordern zeitlich heraus. Statt einer großen „Bibelmahlzeit“ kannst du die „Freude an der Bibel“ auch in 2 oder 3 kleineren Rationen genießen. Eine günstige Aufteilung der Tagesrationen markieren die vertikalen Linien am linken Rand des Heftes. Diese Linienart steht für die Frühstücksration mit der Bibel. Diese hier für einen deftigen Mittagsnachtisch. Und diese für einen bekömmlichen Gute-Nacht-Segen. Wie wäre es, als Einstieg morgen schon mit einer täglichen „Frühstücksration“ im Studienheft zu beginnen?!

Tagebucheinträge ermöglichen Erlebnisdokumente mit persönlicher Note Zeugnishaft kannst du darin ein besinnliches Nachgespräch über deinen Tagesablauf gestalten. Dankbarkeit, neue Einsichten oder Entschlüsse werden dir und evtl. auch anderen nützen.

* Zur Titelseite: Gipfelbild-Urheber und Motivationstrainers, Steve Kroeger, bestätigt:
„Der Weg zum Gipfel formt Führungspersönlichkeiten

Shalom

 

Kirchliche Sakramentspraxis – kritische Einwände

Kirchliche Sakramentspraxis entmythologisieren?!
Stellungnahme zu kritischen Einwänden

Danke allen, die bereits engagiert oder auch spontan reagiert haben. Dankbar bin ich auch für die überkonfessionellen, kompetenten Voten. Als Neuling im Blog-System möchte ich mehr gebündelt auf einige Einwände  reagieren:

Einwände zu meinem Buchzitat:
„Eine (zusätzliche) Entscheidung oder Bekehrung (bei sakramental Getauften) müsse sogar abgelehnt werden, denn sie sei – man höre und staune – ein menschliches Hinzutun und damit nicht mehr ‚reine Gnade‘“.

  1. Einwand: a) Hat Herr Masuch ein Wort von, sagen wir mal, Thomas von Kempen, Thomas Aquin, Franz von Assisi…gelesen?“
  2. Einwand: „Du sollst nicht falsch Zeugnis ablegen wider deinen Nächsten gilt sogar dann, wenn es um die Papstkirche geht…“

Meine Antwort:
Zum 1. Einwand antworte ich fröhlich Jain. Das kostbare Buch des Augustiner Subpriors Thomas von Kempen, Nachfolge Christi, las, ja studierte ich als evangelisch Getaufter bereits vor meiner Bekehrung. Obwohl ich mit 16 Jahren den katholischen Hintergrund dieses Bestsellers kaum wahrnahm, empfand und verstand ist stark, worum es beim ehrlichen Ja zur Nachfolge Christi leztendlich geht – und bekehrte mich. Nach meiner 4 jährigen Bibelseminar-Ausbildung stand die Buchreihe „Kirchenväter“ dann zwar im Bücherregal, doch leider fehlte mir die Zeit, gründlich darin zu studieren.

Zum 2. Einwand: Im Blick auf  intensive Studiengänge haben akademisch gebildete Theologen mir manches voraus. Auf dem Bibelseminar wurden wichtige Fächer, so auch Kirchengeschichte, aus Zeitgründen nur komprimiert behandelt. Beim Schreiben meiner Buchmanuskripte konnte ich mich jedoch als i. R. mit der nötigen Hintergrundforschung jeweils ausgiebig befassen. Übrigens ist das aktuell zitierte Buchmanuskript auf Wunsch meines Verlegers und mir vor dem Druck über den Schreibtisch von 2 Professoren gegangen. Einer davon dozierte evangelische Theologie. Gleichwohl ließen sich gewisse Fehler leider doch nicht vermeiden.

  1. Einwand: “Wer lehnte noch mal menschliches Zutun bei der Erlösung ab, da es die göttliche Gnade schmälern würde? Hm…“
  2. Einwand: Kann Masuch ein Zitat von irgendeinem Katholiken liefern, das eine Ablehnung von Bekehrung, Reue, Glauben impliziert?

Meine Antwort:
Zum 3.+4. Einwand:  Hier muss ich in der Tat um Entschuldigung bitten. Diese Einwände bestehen zu Recht. Eine entsprechende amtskirchliche Verlautbarung vermag ich nicht anzubieten. Der Kontext in dem von mir geposteten Buchausschnitt suggeriert dieses jedoch. Darum habe ich die betreffende Passage inzwischen aus diesem Blogbeitrag entfernt. Zu dem bedauernswerten Sachverhalt möchte ich noch Folgendes erklärend bemerken:
– Der Impuls, die Sakramentsgläubigkeit hier zu thematisieren, ergab sich primär aus dem Vorbehalt mancher evangelischer Amtsträger, beim Evangelisieren zur Bekehrung zu rufen. Während einige Pfarrer diese Entscheidungshilfe etwa bei „ihrer“ Zeltmission begrüßten, argumentierten andere dagegen. In einem Fall wurde am Abschlussabend meiner Evangelisation den Zuhörern quasi empfohlen, falls man getauft sei, den „Ruf zur Entscheidung“ zu ignorieren.

– Das war und  ist für mich jedoch kein Grund zur Entrüstung nach dem Motto: „Wie kann man nur?“ Vielmehr bestätigt mir solch ein Argument, dass der betreffende Amtsträger zwar sakramentsgläubig, aber zugleich aufrichtig war. Eine zusätzliche Bekehrung der als Baby Getauften wäre nämlich bei konsequentem Sakramentsverständnis inkonsequent. Vielmehr wären alle Getauften – bis hin zur Grabrede – als Christen und Geschwister im Herrn zu betrachten.

– Diese unbedingte Sakramentsgläubigkeit nach dem Baby-Zwangsbefeuchtungs-Prinzip gehört m. E. zum tragenden Fundament der dominierenden Amtskirchen. Logischerweise widerspricht sie dem Auftrag aller von der Notwendigkeit einer bewussten Umkehr überzeugten Evangelisten (Mth 28). Erst dann lässt sich nämlich auch von ernsthafter Nachfolge Christi sprechen.

Aber trotz dominierender Sakramentsgläubigkeit gefiel und gefällt es Gott,
in allen Amtskirchen echte Bekehrungen, frohe Glaubensgewissheit, konsequente Jesusnachfolge und vieles Erfreuliche mehr zu bewirken. In vielen Evangelisationen haben es zahllose Prediger weltweit erlebt: Die Babytaufe muss kein Hindernis sein, sich klar und bewusst zu bekehren. Wie ich bestätigen kann, haben sich manchmal auch amtierende Pfarrer bekehrt.
Immer aber war und ist dies alles die Frucht des klar bezeugten Wortes Gottes. Es „kehrt niemals leer zurück“. Vielmehr ist es lebendig und kräftig und dringet durch“ Hebr 4,12).

  • Das gnädige Walten Gottes „in irdenen Gefäßen“ schließt jedoch keineswegs aus, dem Missbrauch seines Wortes offen entgegenzutreten. Das haben Jesus und die Apostel, sowie Martin Luther u.a. oft scharf und deutlich getan (Mt 23,1ff; Gal 1,8; 2Petr 2,1 usw.). Dazu möge auch dieser Beitrags-Impuls dienen.Meine Anregung: Lasst uns nicht weiter defensiv gegen die Entmythologisierung der Bibel und die daraus resultierenden antibiblischen Missstände kämpfen, sondern offensiv für die Entmythologisierung der kirchlicherseits existentiellen Sakramentspraxis „vorgehen“!
    Wenn das greift, könnte daraus auf der Basis finanzieller Unabhängigkeit – wie etwa in den USA – eine gesinnungsgerechte Neuordnung kirchlicher Kompetenzen für Lehre und Gemeindeleben erwachsen.
    Shalom
  Und hier noch  ein kleines, aber wichtiges Kompliment:

Meine liebe Frau, Gretel, hat mit Korrektur- und Sachkompetenz diesen Blog-Beitrag mehrmals kritisch gelesen und mit mir besprochen. Dafür möchte ich sie mit dem Kompliment samt einem netten Jugendbild als kleinen Dank – überraschen.
(Hier klappte es noch nicht, daher ausführlich in meiner Buchwidmung S.2)
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Der falsche Link zur „Buchwidmung“ für meine Frau war ein absolutes Versehen. Er hat nämlich stattdessen den Gestaltungsentwurf meines neuen Bibelstudienheftes „Freude an der Bibel“ ins Blickfeld gerückt. Eine Testwoche davon ist in der Auflistung der aktuellen Buchtitel ebenfalls auf meiner Homepage zu finden.
Zufall – Fügung – bloßes Versehen beim Selektieren des Links? Vielleicht!
Die erfolgten Aufrufe des Fehl-Links lassen mich jedoch ahnen, dass der Impuls für eine persönlich-interne  und dazu moderne  „Bibelstudien-Einheit“ für einige Blogleser wichtiger und genau das Richtige ist. Ich folge dem inneren Wink und möchte das Zufalls-Studienangebot als nächsten Blogbeitrag posten.
Falls Dir der Entwurf nach dem Test zusagt, lade ich Dich gleich zur aktiven Mitarbeit ein. Wenn Du magst, dann beantworte mir dazu folgende Fragen:
1. Meinst Du, man sollte/könnte davon eine Heftreihe erarbeiten und drucken lassen?
2. Welche Verbesserungsvorschläge fallen Dir ein?
3. Wärt Du bereit, beim Herstellungsteam mitzuhelfen? Wenn ja, wobei?

Sei gegrüßt und gesegnet!
Dein Herbert Masuch

PS. Dies wäre übrigens der aktive Link zum Kompliment meiner Frau (dort S.2)

 

Kirchliche Sakramentspraxis entmythologisieren!

Disputier- Impuls:
Kirchliche Sakramentspraxis entmythologisieren!

Disputier-These: Kirchliche Sakramentslehre – Irrweg zum Himmel?! (unten) 

Gerne denke ich an meinen Dienst  als Evangelist der Deutschen Zeltmission in den 1960ger und 1970ger Jahren zurück. Der Theologe Dr. Gerhard Bergmann und später auch Peter Hahne waren u. a. meine Kollegen. Dr. Bergmanns 1963  erschienenes Buch: Alarm um die Bibel erregte  damals großes Aufsehen  über die dreist gewordene Bibelkritik. Er attackierte darin primär die noch wenig bekannte Entmythologisierungs-Theorie von Prof. Rudolf Bultmann. Als Reaktion darauf entstand (1966) die jetzt noch aktive Bekenntnisbewegung  Kein anderes Evangelium , sowie später weitere Bekenntnis-Initiativen. Als z. Zt. hoch aktuell gilt das Netzwerk Bibel und Bekenntnis  mit Pfarrer Ulrich Parzany.

Was diese streitbaren  Initiativen gemeinsam haben, ist eine polemisch abwehrende Grundhaltung gegenüber einer liberal konditionierten amtskirchlichen Autorität. Diese wird prinzipiell jedoch nicht infrage gestellt, sondern trotz alledem akzeptiert. Man protestiert  somit  gegen die amtskirchlichen Missstände, ist aber unfähig, bzw. nicht offensiv genug, um die bedrohliche Situation zu verändern. Ganz im Gegenteil. Inzwischen hat der bibelkritische Ungeist einige bislang bibeltreue Ausbildungsstätten bibelkritisch zu „vergiften“ vermocht.
Ich möchte die Sachlage der bibel- und zugleich kirchentreuen Christen mit der Gewaltherrschaft der Midianiter über Gideon und die Israeliten vergleichen.  Tapfere Männer wie Gideon mussten ihren Ernteertrag vor den sie beherrschenden Midianitern  förmlich verstecken (Ri 6,11). Und doch ordneten sie sich als militärisch Unterlegene dem geltenden Macht-Anspruch ungern, aber „gehorsam“ unter.

Für die freiwillige Unterordnung bibeltreuer Christen unter amtskirchliche Kompetenzansprüche sei nur ein aktuelles Beispiel genannt. Und dabei kommen wir auf die allgemein akzeptierte  Sakramentspraxis zu sprechen:
Amtskirchlicherseits ist die Verwaltung  und Ausübung der Sakramente, Taufe und Abendmahl, nur urkundlich ordinierten Personen gestattet. Landeskirchliche Prediger etwa, die in ihren Gemeinschaften das Abendmahl feiern wollten, haben sich freiwillig einer speziellen kirchlichen Ordinationsprozedur unterzogen, um die Erlaubnis dafür zu erhalten. Umgekehrt ist für ordinierte Pfarrer die vorgeschriebene Sakramentsverwaltung unaufhebbare Pflicht. Sobald sich jemand dieser Amtspflicht entzieht, wird er seines Pfarramtes enthoben.
Diese Vorgehensweise ist kirchlicherseits absolut legitim.

Damit aber sind folgende grundsätzliche Fragen noch ungeklärt – und bleiben klärungsbedürftig:

Wurden Taufe und Abendmahl in den urchristlichen Gemeinden bereits im Sinne der amtskirchlichen Sakramentspraxis ausgeübt?

  1. Gibt es im Neuen Testament irgendwelche Hinweise, Taufe und Abendmahl als Sakramente zu praktizieren?
  2. Ist die kirchliche Sakramentspraxis nicht eine freie Erfindung des katholischen Klerus gewesen?
  3. Warum hat Martin Luther trotz der Verwerfung weiterer katholischer Sakramente,  Taufe und Abendmahl dennoch nach Inhalt und Form übernommen?
  4. Wurden die „Heiligen Sakramente“ nicht fälschlich mit dem Mythos: „*Beim Vollzug bedingungslos wirksam“ umgeben? (*genauer im Thesen-Artikel)

6. Ist es nicht hohe Zeit, statt defensiv über die „Entmythologisierung der Bibel“ jetzt offensiv über die „Entmythologisierung  der biblisch fraglichen Sakraments-Theorie“ und deren Folgen zu disputieren? (wie Luther und Eck in Leipzig)

  1. Brächte die damit ausgelöste Scheidung der Geister nicht die – durch den Entscheidungsverlust bei der Babytaufe bedingte – sakramentale Entmündigungs-Praxis ins Wanken, um einer entscheidungsbedingten, selbstbewusst-ehrlichen und daher opferbereiten Kirchenmitgliedschaft mit einem ehrlichen Finanzierungsprinzip Platz zu machen?

Wie die Fragen ahnen lassen, ist für eine konsequente „Entmythologisierung der Sakramentspraxis“ ein relativ hoher Preis zu bezahlen. Und wieder ist genau hier die ganz persönliche, ehrliche Entscheidung gefragt. Entsprechend dieser wird dann auch pro oder kontra argumentiert.

Als Basis für die überfällige Disputation empfehle ich, meine folgende Disputier These: aufmerksam zu studieren.

Kirchliche Sakraments-Praxis  –  Irrweg zum Himmel

Auszug aus dem Buch: „Lebens-Reformation – Dynamik im Protestantismus“
zum Thema: Von der „Babylonischen Gefangenschaft“ christlicher Kirchen
von Herbert Masuch

…  (komplett nachzulesen in meinem Buch: Lebensreformation... ab Seite 67)

Symptome der Babylonischen Gefangenschaft

Ein tragisches Merkmal der Babylonischen Gefangenschaft besteht darin, dass die Christen geistlich erblinden. Sie beginnen das sichtbare Erscheinungsbild – die Formen, die Symbole, die Kunstwerke, den Glanz und den Prunk – zu überschätzen. Sie begnügen sich mit den Äußerlichkeiten. Wenn man die geistliche Gefangenschaft der vorreformatorischen Papstkirche skizzieren will, entdeckt man die Symptome dafür vor allem in drei Bereichen.

Die Kirche war gefangen in der

  • V i s u a l i s i e r u n g
  • R i t u a l i s i e r u n g
  • S a k r a m e n t a l i s i e r u n g.

Die Visualisierung zeigte sich darin, dass in den Gotteshäusern die Dinge in den Vordergrund traten. Die Dome und Kathedralen wurden mit Schätzen, die bewundert wurden, zunehmend überladen. Es waren Dinge, die man sehen, also sinnlich wahrnehmen kann. Gottes Wort aber will die Herzen erreichen. Doch durch imposante Statuen, vergoldete Bilder, kunstvolle Verglasung, hohe Marmorsäulen und prunkende Altäre werden höchstens fromme Gefühle geweckt. Kleider, Mäntel, Talare, Hüte, Kreuze und würdige Gebärden beeindrucken zwar rein äußerlich. Der Prunk lenkt aber vom gepredigten Wortzeugnis ab. Man bleibt im Sichtbaren stecken. Durch übermäßige Visualisierung erreichte die Papstkirche das genaue Gegenteil von dem, was geschehen sollte: Das Verlangen des Herzens, Gott zu erleben, wurde nicht gestillt, sondern überlagert. Die überzogene Visualisierung ließ  kaum noch Spielraum, vom Heiligen Geist berührt und erleuchtet zu werden.  Das Herz blieb leer. Babylon! – Gefangen in Äußerlichkeiten!

Die Ritualisierung des geistlichen Geschehens in der Papstkirche markiert noch stärker den Erdrutsch von innen nach außen. Die Aufmerksamkeit der versammelten Gemeinde konzentrierte sich während der Gottesdienste immer mehr auf die Vorgänge am Altar. Dort geschah etwas. Dort wurde immer schöner (?) und auffallender zelebriert, d.h. geläutet, geweihräuchert, gebetet, sich verbeugt und gesungen. Man war gerührt, beeindruckt, vielleicht auch fasziniert – vom menschlich Machbaren – von bloßen Äußerlichkeiten.  Und das Ergebnis? Herz und Geist blieben immer noch hungrig und leer.

Doch das Schlimmste war: dieser alttestamentliche Zeremonienkult sollte das Eigentliche, nämlich das geistliche Erleben ersetzen.  Gewiss, ab und zu wurden die Gläubigen beim liturgischen Zeremoniell selber aktiv. Sie durften aufstehen, sich verneigen und niederknien. Es war eingeplant und somit erlaubt, vorgegebene Texte zu beten oder zu singen. Doch damit ist der feststehende Ritus lediglich modifiziert worden. Es gab keinen Spielraum für persönliche Initiativen, für Impulse und Eingebungen durch den Heiligen Geist. Vielmehr wurde gelehrt, dass man durch bloße Teilnahme bei rituellen Handlungen Gott erlebte und diente (1 Kor 12-14).

Kein Laie durfte sich erkühnen zum Altar zu treten und zu sagen: So spricht der Herr!

Weil die Liturgien immer länger wurden, blieb für die Verkündigung des Wortes Gottes immer weniger Zeit. Die Evangelisierung wurde durch die Ritualisierung verdrängt und ersetzt. Das Evangelium wurde kaum mehr gehört, geglaubt und… daher auch nicht ausgelebt. Das allgemeine Priestertum geisterfüllter Christen blieb dabei auf der Strecke. Kein Laie durfte sich erkühnen zum Altar zu treten und zu sagen: So spricht der Herr! Man hätte ihn verhaftet, verurteilt und… vermutlich getötet. Eine Kirche in Gefangenschaft! – gefangen im Babylon der Äußerlichkeiten.

Die Sakramentalisierung der geistlichen Vorgänge,

wie Buße, Glaube und Wiedergeburt, verdrängte noch stärker den Heiligen Geist. Sein Wirken wurde gleichsam überflüssig. Die Kirche machte das alles auch ohne ihn – mit Hilfe der Sakramente. Taufe und Abendmahl wurden bald nicht mehr im urchristlichen Sinne als Glaubensäußerung bekehrter Menschen verstanden. Der Klerus funktionierte sie zu so genannten Gnadenmitteln um, die im Vollzug wirksam seien. In Meyers Enzyklopädischem Lexikon lässt sich nachlesen:

„Das Konzil in Trient (12. Jahrhundert) definierte die Sakramente als heilsnotwendige, wirksame Gnadenmittel; danach genügt der Glaube allein nicht. Der Wirkzusammenhang zwischen Sakrament und Gnade wird als der eines Opus operatum gesehen…“  Und zum Begriff Opus operatum [lat. = die vollzogene Handlung] wird erklärt: „…in der christlichen Theologie Bezeichnung für eine dogmatische Theorie, nach der die Gnaden vermittelnde Wirkung der Sakramente unabhängig von der Person des Spenders oder Empfängers allein durch den Vollzug („ex opere operato“) eintritt.“)

Solchen sakramentalen Missbrauch des Heilserlebens hat die Papstkirche zu einem System ausgebaut, auf Konzilien festgeschrieben und im Imperium des Heiligen Vaters konsequent praktiziert. Das alles ohne eine Basis in der Heiligen Schrift. Damit bekam der Klerus scheinbar das Wirken des Heiligen Geistes fest in den Griff. Alles, wonach suchende Menschen sich sehnten, konnte man ihnen jetzt durch sakramentale Handlungen auf mystisch-magische Weise übermitteln: Die Sündenvergebung, die Wiedergeburt und den Heiligen Geist. Gerettet und gerecht wurde man jetzt durch den Empfang der Sakramente und nicht mehr durch Herzens-Buße und Glauben.

Dadurch war das Christwerden sakramental vollziehbar und menschlich machbar geworden. Es geschehe  – so wurde gelehrt – auch dann, wenn man als Baby oder als Sterbender unfähig sei, sich bewusst für oder gegen Christus zu entscheiden.

Mit ihrer unbiblischen Sakramentslehre hat die Kirche den Menschen die Tür zum Himmel nicht aufgetan, sondern verschlossen. Dieser Rettungsmechanismus der Sakramente machte es überflüssig, ja verdächtig, Glauben weckend zu predigen und zur Umkehr zu rufen. Nach dem empfangenen Taufsakrament war es nicht mehr nötig zu fragen: „Was muss  ich tun, um gerettet zu werden?“ (Apg 16,30).  Man verließ  sich weithin darauf, getauft und damit ein Christ geworden zu sein. Dabei versäumte man es, Christus zu suchen und persönlich zu finden.

Es blieb nicht aus, dass aufrichtig Suchende – wie Luther – dennoch beunruhigt blieben, dass ihr Gewissen nach Gottes Barmherzigkeit schrie. Doch anstatt ihnen zu predigen: „Glaube an den Herrn Jesus Christus“ (Apg 16,32) unterwies man sie, noch mehr Gutes zu tun. Damit wurden sie statt zu Christus unter den Zwang des Gesetzes getrieben. Auch das Klosterwesen des Mittelalters war letztlich ein Versuch, durch verdienstliches Tun noch frommer zu werden. Durch noch mehr Leistung wollte man sein Gewissen – und Gott – mehr befriedigen. Doch alles, was man auf diesem Wege erreichte, waren Werke des Fleisches.Luther sagt dazu:
„Denn alle diese guten Werke… sind keine guten Werke, sondern Sünde und Irrtum, weil sie aus einem bösen Herzen kommen, dem die Gnade noch nicht geholfen hat. Solch ein Herz vermag durchaus nichts zu suchen als sich selbst…“

Da aber weder Sakramente noch eigene Werke die Gewissen stillten, griff man auf den Überschuss fremder Werke zurück (Heiligenkult). Weil auch das nicht reichte, sollte der Ablasshandel aus der Gewissensnot Abhilfe schaffen. Welche Schizophrenie!  Man besaß die sakramentale Heilssicherheit und dazu den Trost guter Werke. Dennoch aber blieb die Angst vor dem Fegefeuer, dominierte die quälende Unsicherheit, nagte die Furcht vor der Hölle!

Glaube kommt aus der Predigt (Rö 10,17)

Martin Luther hatte mit seiner Schrift: „Von der Babylonischen Gefangenschaft der Kirche“ keineswegs übertrieben. Durch die Visualisierung war vom Allerheiligsten dieser Kirche, dem gekreuzigten und auferstandenen Christus, nur ein Schatten, ein bloßes Abbild, eine Erinnerung übrig geblieben.

Das gemalte, geschnitzte, gemeißelte oder gegossene Kreuz Jesu Christi erreichte nur die leiblichen Augen. Man sah einen toten Christus. Der lebendige, im Geist erfahrbare Christus blieb den Menschen verborgen. Denn:
Allein das gepredigte Wort vom Kreuz vermag die Herzensaugen zu öffnen.

Ebenso hatte sich gezeigt, dass die Ritualisierung des Gotterlebens eine Sackgasse war. Sie bietet nicht die notwendige Basis für lebendigen Glauben. Allein das verkündigte Evangelium führt zum Frieden mit Gott (Rö 5,1;10, 17).

Schließlich ist in der Papstkirche deutlich geworden, dass die Sakramentalisierung des Evangeliums die Menschen in eine falsche Sicherheit wiegt, Denn kein Sakrament bewirkt automatisch (oder gar magisch) die Gotteskindschaft oder Wiedergeburt, wie der Taufakt dies suggerierte – und bis heute nochsuggeriert. Auch Martin Luther blieb trotz der empfangenen Sakramente und Weihen ohne Frieden mit Gott. Aber durch den Glauben an das Evangelium wurde er gerecht, mit dem Geist Gottes erfüllt und widergeboren. Denn wer die Frohe Botschaft hört und bewusst annimmt, wird es konkret und gewiss erfahren:

„Das Evangelium von Jesus Christus  ist eine Kraft Gottes, die da errettet alle, die daran glauben “ (Rö 1,16).

 

[1] Mit den kaiserlichen Edikten von 311 und 313 durch Konstantin (306-337)

 

Christliche Vollkommenheit ist für Wiedergeborene möglich und wichtig!

Disputszene_Luther

Persönliches Wort von Herbert Masuch zum Beitrag: Wohin gehst Du, lutherische Kirche?  von Dr. Malte Detje pro

 

Lieber Bruder,
es ist großartig, dass wir auf dieser Blog-Plattform erfrischend konträr über zentrale Glaubensfragen diskutieren können. Wie Sie gehöre ich zur Ev.-Lutherischen Kirche und verstehe mich als bekehrter bzw. wiedergeborener Christ.
In Ihrem Blog-Beitrag las ich die mutige Passage:
„Nach lutherischer Auffassung findet sich die authentischste Beschreibung des christlichen Lebens im 7. Kapitel des Römerbriefes. Das christliche Leben eilt eben nicht von Sieg zu Sieg, sondern sagt mit Paulus: Was ich nicht tun will, das tue ich und was ich tun will, das tu ich nicht, ich elender Mensch!
Das ist die authentische Beschreibung des christlichen Lebens. So nüchtern und doch so ehrlich… Für uns Lutheraner ist dieses Evangelium nicht nur der Startpunkt in ein christliches Leben, es ist das christliche Leben“.
Wie ich daraus ableite, vertreten wir beide ein verschiedenes, ja gegensätzliches Verständnis unseres Christseins. Sie erkennen in Römer 7 „ die authentische Beschreibung des christlichen Lebens“ und schlussfolgern: „Es eilt nicht von Sieg zu Sieg, sondern…“ (siehe oben).  Ich hingegen sehe und vertrete eine „authentische Beschreibung“ meines Christseins erst in den Aussagen von Römer 8. Dort bezeugt Paulus im Blick auf erlebte Misshandlungen u.a. in Vers 37: „in dem allem überwinden wir weit“.
Somit stoßen bei uns biblisch theologische Lehraussagen konträr aufeinander. Welche von beiden ist nun kompetent und soll gelten?
Darüber offiziell zu disputieren  – wie z. B. Luther mit Johannes Eck – bietet sich auf unserer Lehr-Plattform geradezu an.
Als Antwort auf Ihre relativ pessimistische Definitions-These zur Nachfolge Jesu lautet meine konträre
Disputierthese:
Christliche Vollkommenheit ist für Wiedergeborene möglich und wichtig!

Für die obligatorische Thesenbegründung nenne ich folgende Disputier-Argumente:

Als Luther-Fan und Verfasser des Buches: „Lebens-Reformation – Dynamik im weltweiten Protestantismus“ muss ich Ihrer „authentischen“ Definition  des christlichen Lebens widersprechen. Meines Erachtens ist diese negative Sicht der Nachfolge Jesu a) weder vom biblischen Gesamtzeugnis her belegbar, noch b) als „lutherisch“ vertretbar, noch c) vom Lebens-Zeugnis unzähliger Christen her kirchengeschichtlich gerechtfertigt.

Zu a) „biblisch nicht belegbar“, hierfür einige Bibelzitate:
Jesus sagt: Mt 5,48 „Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist“. ferner: Mt 19,21; Paulus betont: 2 Kor 13,9 „… Wir beten auch dafür, dass ihr vollkommen werdet“.
ferner: Kol 1,28Jakobus argumentiert Jak 1,4:  „…damit ihr vollkommen und unversehrt seid“

Zu b) als „lutherisch“ nicht vertretbar, hierfür nun relevante Lutherzitate:

In meinem Buch „Lebens-Reformation – Dynamik im Protestantismus“ stelle ich (ab Seite 16) durch Lutherzitate klar, dass eine negative Definition des Christseins nicht als „lutherisch“ vertretbar ist.
Hier eine Zitatauswahl:

O, es ist ein lebendig, tätig, mächtiges Ding um den Glauben, dass es unmöglich ist, dass er nicht ohne Unterlass sollte Gutes wirken. Er fragt auch nicht, ob gute Werke zu tun sind, sondern ehe man fragt, hat er sie getan und ist immer im Tun. Wer aber nicht solche Werke tut, tappt und sieht um sich nach dem Glauben und guten Werken und weiß weder, was Glaube oder gute Werke sind, wäscht und schwatzt doch viele Worte vom Glauben und guten Werken.

Glaube ist eine lebendige, verwegene Zuversicht auf Gottes Gnade… Und solche Zuversicht und Erkenntnis göttlicher Gnade macht fröhlich, trotzig und lustig gegen Gott und alle Kreaturen: Daher der Mensch ohne Zwang willig wird, jedermann Gutes zu tun, jedermann zu dienen, allerlei zu leiden, Gott zu Liebe und Lob, also dass es unmöglich ist, Werk vom Glauben zu scheiden, ja so unmöglich, als Brennen und Leuchten mag vom Feuer geschieden werden…ii

 

Und dieser Glaube bringt ganz rasch mit sich Liebe, Friede, Freude und Hoffnung. Denn wer Gott vertraut,

dem gibt dieser sofort seinen Heiligen Geist, wie St. Paul zu den Galatern sagt: Ihr habt den Geist

nicht empfangen aus euren guten Werken, sondern weil ihr dem Wort Gottes geglaubt habt. ii

 

So natürlich der Baum Früchte trägt, so natürlich folgen dem Glauben gute Werke… Es ist die Summe des

Evangeliums, dass unmöglich sei, dass der sollt lieben, der nicht glaubt und wiederum, dass der glauben

sollt, der nicht liebt. Der Glaube ist niemals ohne gute Werke. Denn wie ein Kind, das geboren ist, nicht

ohne Bewegung sein kann, so auch ein Wiedergeborener, der tut mit Freuden gute Werke.iv

 

Die Liebe ist das Lieblichste und Edelste. Denn sie ist aus Gott und ist das Zeugnis und die Frucht der

geistlichen Geburt in uns. – Mit diesem Zeichen beweisen wir, dass Gott in uns ist.v

 

Wenn der Glaube wahr ist, und wenn man wahrhaftig Kindist, dann wird der Geist nicht fehlen. Wenn

aber der Geist zugegen ist, wird er die Liebe ausgießen(Rö 5,5) und jenen ganzen Zusammenhang der Tugenden auslösen, den Paulus (1 Kor 13,4 ff.) der Liebe zueignet: Die Liebe ist langmütig und freundlich usf.

Wenn daher der Apostel vom rechtfertigenden Glauben spricht, dann spricht er von dem Glauben, der durch die Liebe tätig ist.

 

Dass Martin Luther primär die Lebens-Reformation und nicht die Kirchen-Reformation anstrebte, beweist sein kaum bekanntes „Klagelied“ über opponierende Protestanten. Ich zitiere ebenfalls aus obigem Buch ab Seite 19:

„Lebens-Reformation fordert heraus

…Unter den protestantischen Pfarrern entstand eine opponierende Richtung, deren Anhänger zwar Vergebungsgnade, nicht aber eine Änderung des Lebensstils predigen wollten. Luther nannte sie gelegentlich

„meine Antinomer“, d.h. Gegner der Gebote Gottes. Er hatte es schwer, sich gegen diese Art Protestanten

durchzusetzen und den Trend zur billigen Gnadenpredigt in der jungen Kirche zu stoppen. Das folgende Zitat zeigt, dass der Kampf um die Lebens-Reformation schon zu Luthers Zeit entbrannte:
Meine Antinomer predigen sehr fein und mit rechtem Ernst von der Gnade Christi, von der Vergebung der

Sünden. Aber dies consequens (= das, was daraus folgt) fliehen sie wie der Teufel, dass sie nämlich den

Leuten sagen sollten vom dritten Artikel der Heiligung, das ist vom neuen Leben in Christo. Denn sie meinen,

man solle die Leute nicht erschrecken noch betrüben, sondern immer tröstlich predigen von der Gnade

und Vergebung der Sünden…

Man solle beileibe ja meiden diese Worte: Hörest du, du willst ein Christ sein und gleichwohl ein Hurenjäger, volle Sau, hoffärtig, geizig, Wucherer, neidisch, rachgierig, boshaft bleiben?…Sondern so sagen sie: Hörest du, bist du ein Ehebrecher, ein Hurer, ein Geizhals oder sonst ein Sünder, glaubest du nur, so bist du selig, darfst dich vor dem Gesetz nicht fürchten, Christus hat alles erfüllet

Sie sind wohl feine Osterprediger, aber schändliche Pfingstprediger, denn sie predigen nichtsvon der

Heiligung des Heiligen Geistes, sondern allein von der Erlösung Christi. Dabei hat Christus [uns] Erlösung von Sünden und Tod erworben, dass uns der Heilige Geist soll zu neuen Menschen machen aus

dem alten Adam. Denn Christus hat uns nicht allein gratiam, die Gnade, sondern auch donum, die Gabe des Heiligen Geistes, verdienet, dass wir nicht allein Vergebung der Sünden, sondern auch Aufhören von

den Sünden hätten…

Aber unsere Antinomer sehen nicht, dass sie Christum predigen ohnund wider den Heiligen Geist, weil

sie die Leute wollen lassen in ihrem alten Wesen bleiben und gleichwohl selig sprechen. Doch die Konsequenz des Evangeliums will das, dass ein Christ soll den Heiligen Geist haben und ein neu Leben führen

oder wissen, dass er keinen Christum habe.

 

Leider hat sich die Einstellung der Antinomer im Protestantismus immer stärker durchsetzen können. Luthers

Ringen um die Lebensreformation wurde im Luthertum fast vergessen. Erhalten blieb uns ein Luther als Zeuge der Rechtfertigung allein durch den Glauben. Jedoch Luthers Lehre „von der Heiligung des Heiligen Geistes“, der Lebensreformation also, hat man größtenteils überhört.

Die wenigen „Pfingstprediger“ der jungen Kirche wurden verkannt und z. T. unterdrückt. Die „Gnadenprediger“ dagegen erstarkten und bescherten dem Luthertum eine überzogene Orthodoxie. Jetzt verstummte der Ruf zum Glaubensgehorsam nahezu völlig und wurde erst im Pietismus wieder entdeckt. (aktuelle Ergänzung: Wo man diesen verkennt, konnten und können die Protestanten „in ihrem alten Wesen bleiben“ und wurden/werden – scheinbar laut Luther – „gleichwohl selig gesprochen“).

 

  1. Meines Wissens wurde diese gravierende Problematik im Reformations-Gedenkjahr nirgendwo thematisiert.

Begründung c): kirchengeschichtlich nicht gerechtfertigt,
hierfür verweise ich auf authentische Lebenszeugnisse unzähliger Christen:

Durch das Lebenszeugnis unzähliger Christen weltweit lässt sich die positive Definition entschiedenen Christseins kirchengeschichtlich beweisen. Das habe ich in meinem Buch: „Sie waren Weltüberwinder“ an diversen Beispielen aus dem weltweiten erwecklichen Protestantismus dokumentiert. Aktuell wird diese Tatsache durch die Blutzeugen der heutigen, geschichtlich stärksten Christenverfolgung markant unterstrichen.
Aus Platzgründen möchte ich hier auf Beispielzitate aus meiner biographischen Beweisführung verzichten. Schauen Sie bitte selber hinein und lassen Sie sich davon überzeugen. Vielleicht fallen Ihnen sogar Christen aus Ihrem Umfeld ein, die ihr Christsein in Gottes Kraft im Alltag authentisch leben.
Empfehlend hinweisen möchte ich hier auf das starke Lebens-Zeugnis im Bekehrungsbericht des Bildzeitung-Redakteurs Daniel Böcking: Ein bisschen Glauben gibt es nicht  (Wie Gott mein Leben umkrempelte).

Soweit mein Disput-Statement. Ich bin gespannt auf Ihre Anti-These und auf weitere Resonanz aus unserer Blogger-Szene www.biblipedia.de !

  1. Gelegentliche Vermutungen, meine Glaubenssicht sei perfektionistisch, möchte ich mit dem Werbetext (Bild-Klick) zum Buchtitel „Wir sind Weltmeister!“ entkräften. Bei dieser Haltung wäre jedes geistliche Wachstum blockiert!