Wir sind Weltmeister!!

Global steigendes WM-Fußballfieber

Beispiel  für meinen Glaubens-Wettkampf als Christ

Vor ca. 4 Jahren kämpften die besten Fußball-Länderteams in Brasilien um die Weltmeisterschaft. Ich selber war hoch interessiert und verpasste wohl kein deutsches Spiel. Und wir Deutschen wurden tatsächlich Weltmeister… Ob wir aber Weltmeister bleiben hängt davon ab, ob unsere aktiven Kämpfer auch diesmal die weltbeste Einsatz-Kondition erarbeiten und durchhalten können.

Während der durchweg dynamischen Fußballkämpfe wuchs auch meine Begeisterung. Durch den Kampfesgeist der Spieler wurde ich inspiriert,  ihren zähen Siegeswillen mit meinem Glaubens-Wettkampf als Christ zu vergleichen. Daraus ist dann das Buchmanuskript „Wir sind Weltmeister!“ entstanden. (Beim Lesen im Original gibt es einige hilfreiche Graphiken)
In diesem Beitrag wirst Du die Einleitung zu dem geistlich motivierenden Buchinhalt finden.  Bereits diese hilft Dir,

  1. die Art Deines eigenen „Glaubens-Wettkampf als Christ“ zu entdecken
  2. sie leitet Dich an, die beste Kampfes-Kondition zu erreichen, zu bewahren und den Endsieg als ersehntes Ziel zu gewinnen
  3. als Konsequenz davon Deine Kampfesart evtl. zu ändern, zumindest jedoch, sie zu verbessern.

Doch nun, viel Freude beim Lesen der Anleitung für die erforderliche Siegeskondition.
Und viel göttlichen Beistand beim täglichen Kampfes-Training bis hin zum Endsieg.

Wir beginnen mit einige Vergleichspunkten

zwischen dem Kampf um die Fußball-Weltmeisterschaft und dem Glaubens-Wettkampf eines Christen:

  1. Vergleichspunkt: Der Siegespreis
  • Bei den WM-Übertragungen wurde die goldene Siegestrophäe als Ziel dieses globalen Ereignisses häufig gezeigt. Für die beteiligten Länder-Mannschaften war der Weltmeistertitel ein Ansporn, im Wettkampf daür alles zu geben.
  • Bei Christen geht es als Ziel ihres Glaubens-Kampfes um die Krone des ewigen Lebens (Offb 2,10). Mit dem Aufruf: „Sei getreu bis in den Tod“ ermutigt Jesus selbst Dich dazu, im irdischen Leben erfolgreich dafür zu kämpfen.
  1. Vergleichspunkt: Die Sieges-Kondition
  • Beim deutschen WM-Fußball-Team traten bei allen Interviews drei Merkmale deutlich hervor:
    1. Sie nahmen auch schwächere Gegner sehr ernst,
    2. Sie strahlten Sieges-Zuversicht aus,
    3. Sie wirkten nicht überheblich.

Die Siegeszuversicht resultierte:
> aus ihrer körperlichen und seelischen Top-Kondition,
> aus ihrem harmonisch-entspannten Miteinander und
> aus ihrem deutlichen Siegeswillen.

  • Für geistlich kämpfende Christen ist die gleiche Sieges-Kondition hoch aktuell. Um den Sieg über die Sünde und den Beherrscher der Finsterniswelt zu erleben, ist sie geradezu unerläßlich.Um diese entscheidende Sieges-Zuversicht zu erreichen, haben kämpfende Christen jeder Fußball- Crew drei Plus-Faktoren voraus:

> die Sieg versprechende Motivation des Wortes Gottes,
> die ermutigende Kraft eigener und begleitender Gebete,
> die stärkende Nähe des Heiligen Geistes – des „Christus in uns“.
 Mit dieser Welt-überwindenden Sieges-Kondition für Glaubens-Kämpfer werden wir uns im Hauptteil des Buches detailliert und ausführlich befassen.

 3. Vergleichspunkt: Die Wettkampf-Beteiligten

In allen WM-Fußball-Ländern gab es 3 Gruppen von Wettkampf-Beteiligten:

> die Wettkampf-Genießer
> die Wettkampf-Fans
> die Wettkampf-Aktivisten

Viele Millionen Wettkampf-Genießer waren engagiert dabei. Vor allem jedoch seelisch bzw. emotional. Dazu genügte ein bequemer Platz vor dem Fernsehgerät. Mühe, Finanzen oder sonstigen Einsatz für den Sieg investierten sie nicht – oder kaum.

Christliche Wettkampf-Genießer, die Jesus als ihre Hauptfreude kennen, haben die WM-Siege ihres Landes zumeist wohl als legitime „Nebenfreude“[1] Dabei hat ihr sonstiger Einsatz für Gottes Siege durch die zeitaufwendigen WM-Angebote kaum oder gar nicht gelitten.[2]

„Christen“, bei denen Fußball die Hauptfreude ist, werden von einem persönlichen Glaubens-Kampf kaum etwas wissen. Daher fehlen ihnen die Impulse, sich für Gottes Reich – etwa im Gemeindeleben – stärker zu engagieren.
Als Kirchenmitglieder können sie den kirchlichen Service – besonders im familiären Konsens – ohne spürbaren Einsatz oder Gewissenskonflikte trotzdem „geniessen“.

  • Die Fußball-Fans investieren für den Sieg ihrer Mannschaft wesentlich mehr. Als Vereinsmitglieder sind sie für ihr Hobby oft erstaunlich aktiv. Ihren Mannschaftssieg lassen sich viele von ihnen sich einiges kosten.

So haben Tausende von WM-Fans Brasilienflüge, teure Eintrittskarten plus Hotelkosten selber bezahlt. Bei den Wettkämpfen waren sie begeistert bemüht, ihr Lieblings-Team lautstark zu unterstützen.

  • Die christlichen Wettkampf-Fans investieren in ihren Kirchen und Vereinen häufig ebenfalls viel Zeit, Kraft und Geld. Sie lassen sich in Chöre, Vorstände und Ausschüsse wählen und fördern durch treuen Versammlungsbesuch ihre Gemeinden.
  • Dennoch besteht ein Unterschied zwischen den Fans und den nominierten Mannschaften. Diese sind die Aktivisten, die auf den Spielfeldern kämpfen.

Fans können ihr Engagement ganz nach Belieben gestalten. Die ernannten Wettkämpfer jedoch unterstellen sich einem gewissen Erwartungs-Druck. Man erwartet von ihnen, dass sie ihr Bestmögliches tun, dass sie bereit sind, für den Sieg alles zu geben.

Ob man sich nun in der Wettkampf-Arena schonungslos selber einsetzen will oder doch lieber nicht, das muss jeder Fan persönlich entscheiden.

4. Vergleichspunkt: Die Aufnahme in das aktive Wettkämpfer-Team

  • Für eine Fußball-Weltmeisterschaft wird die Manschafts-Aufstellung vom Bundestrainer entschieden. Der Trainer setzt voraus, dass seine Anwärter eifrig trainieren und im kleineren Vereins-Rahmen bemüht sind, hohe Leistung zu bringen. Chancen bei der Auswahl der Spieler haben folglich diejenigen, welche aktuell die besten Leistungs-Konditionen besitzen.Sind sie dann dabei, müssen sie hellwach alles tun, um ihre Spitzenkondition zu erhalten. Andernfalls werden sie bei den Ersatzspielern landen.
  • Für die aktive Teilnahme am Glaubens-Wettkampf gilt ein anderes Auswahl-Prinzip. Beim Himmelreichs-Trainer, Jesus, ist grundsätzlich jeder – auch bei miesester Kondition – als aktiver Wettkämpfer willkommen. Sein Beispiel bewirkt Wunder!
  • Diese großartige Eintritts-Chance besteht deshalb, weil Jesus die Bestleistung nicht voraussetzt, sondern das dafür nötige Konditions-Training selber durchführen will.
  • Er als der weltbeste Ausbilder (Coach) wird jedem Bewerber ganz individuell zu seiner Bestleistung im Reich Gottes verhelfen. Er will und wird auch für die nötige Konditionspflege selber zuständig sein.

Jesus bietet den Schwächsten eine Chance, es dennoch zu schaffen!
Was Jesus bei der Aufnahme als Wettkämpfer erwartet, sind  jedoch
zwei Grundsatz-Entscheidungen für den aktiven Wettkampf in Gottes Reich:

  1. Völlige Lebenshingabe an Jesus als Retter und Herrn
    Dazu sei auf die Bekehrung des Apostels Paulus verwiesen (Apg 9,1-18).
  1. Die aufrichtige Bereitschaft für den Wettkampf des Glaubens
    Das bedeutet, als Christ nicht Genießer oder Fan zu bleiben, sondern  gleich zu beginnen, zu allererst nach dem Reich Gottes zu trachten (Mt 6,33). Zur Sieges-Kondition führt – wie schon erwähnt –  nur ein Weg, nämlich
  1. für den Sieg alles zu geben
  2. b) auf falsche Motive bewusst zu verzichten.

Zu dieser Sieges-Kondition bekennt sich der Apostel Paulus eindeutig in seinem Philipperbrief, Kapitel 3, ab Vers 5. Was er in den Versen 13-14 zur Hingabe aussagt, habe ich in der 1. Graphik anschaulich illustriert.
Wie blockierend perfektionistische Motive sein können, das veranschaulicht Graphik 2. Beide Schaubilder sollen den Hauptinhalt dieses Buches zur Darstellung bringen.

Mein Wunsch und Gebet ist es, dass auch Du nach dem Lesen dieses Buches glaubensfroh ausrufen kannst: Ich bin ein Welt-Überwinder!

Shalom

[1] So ist es auch mir persönlich ergangen
[2] Ratsam ist es als Christ trotzdem, die Prioritäten persönlicher „Nebenfreuden“ ernsthaft zu überprüfen
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„Geistliche“Phänomene – Pubertätserscheinungen!?

Eine Stellungnahme

Im Jahre 1994 unterschrieben pfingstliche und pietistische Leiter die Kasseler Versöhnungs-Erklärung. Seit 1909 hatte es durch eine antipfingstliche  Leiter-Koalition  die umkämpfte Berliner Erklärung (BE) gegeben. Beim dadurch ausgelösten, „Jahrhundert-Bruder-Konflikt“ ging es primär um die scheinbar „von unten“ stammenden „geistlichen Phänomene“ wie Zungenrede, Umfallen, Lachen „im Geist“, sowie leider auch spektakuläre Symptome.
Beim Zustandekommen der Kasseler Versöhnungs-Erklärung wirkte eine Versöhnungs-Initiative BE (BE = Berliner Erklärung) mit über 100 Verkündigern beider Seiten impulsgebend mit. Als Schriftleiter dieser Initiative habe ich damals zu dieser – nur scheinbaren – Konfliktursache im Namen aller mitbeteiligten Verkündiger klärend Stellung bezogen.
Laut der engagierten Berichterstattung im Blogbeitrag von  Jonas Erne kommen die gleichen Syptombewertungen durch säkulare Filmberichte heute wieder diskreditierend ins Spiel. Darum möchte ich meine/unsere klärende Stellungnahme hier ungekürzt an Euch weitergeben:

Biblische Grundsätze bei übernatürlichen Phänomenen

(1 Kor 13,1.11; 14,20.23.32.40)

Wir glauben, dass die übernatürlichen Erscheinungen sowohl um die Jahrhundertwende als auch heute eher zweitrangig sind. Unser theologischer Schwerpunkt liegt nicht bei der Gabenfrage (1 Kor 12-14), sondern bei der Heiligungsfrage (Rö 6-8). Darum konzentrieren wir uns vorrangig auf die Buße, die zu geistgewirkter Heiligung führt. Als Frucht davon erwarten wir Aussöhnung, brüderliche Liebe und neue Dynamik im missionarischen Dienst.
Auf die oft gestellte Frage, wie wir die “Geistlichen Phänomene“  einordnen, seien sieben biblische Merkmale genannt, nach denen wir die jeweilige Situation differenziert zu prüfen und zu bewerten versuchen.

1. Erkennungsmerkmale bei Buß-Phänomenen

Sowohl in der Bibel als auch in der Kirchengeschichte werden übernatürliche Phänomene, wie Hinfallen (Apg 9,4) oder Zittern (Apg 16,29) eindeutig bezeugt. Diese stehen durchweg im Zusammenhang mit göttlichem Wirken. Bei Paulus und dem Kerkermeister zu Philippi sind sie eine Reaktion auf Gottes direktes Eingreifen. In John Wesleys Erweckungsberichten wird deutlich, dass solche Erscheinungen a) auf Grund vollmächtiger Bußpredigt und b) als Symptome für beginnende Sinnesänderung (Buße) auftreten können. Unübersehbar ist die Tatsache, dass die davon Betroffenen zumeist Menschen waren, die bislang „tot in Sünden und Übertretungen“ (Eph 2,1) fern von Gott lebten. Ihr Zittern, Hinfallen oder Aufschreien zeigte, wie sehr sie in der Gegenwart Gottes über ihren verlorenen Zustand erschraken.
Den Erweckungsberichten zufolge traten die übernatürlichen Phänomene nicht prinzipiell auf, wurden jedoch prinzipiell als Buß-Phänomene erlebt und gewertet. Sie wirkten sich nicht „erfrischend“, sondern zutiefst erschütternd aus. Man fühlte gleichsam die Qualen der Hölle und schrie nach Errettung. Es versteht sich von selbst, dass solche Buß-Phänomene weder gewollt noch gesucht worden sind. Sie lassen sich vielmehr mit „Geburtswehen“ vergleichen.

 2. Unterscheidungsmerkmale bei „Erbauungs“-Phänomenen

Es fällt auf, dass die Phänomene des sogenannten Torontosegens u. a. durchweg anders erlebt und bewertet werden. Den Zeugnissen zufolge dürfte es eine weitere Art übernatürlicher Erscheinungen geben. Statt von Bußphänomenen müsste hier eher von Erbauungs- oder Erfrischungsphänomenen die Rede sein. Damit stünden wir vor der Frage, ob Gottes Geist gleichartige Phänomene unter ungleichen Bedingungen mit unterschiedlichen Ergebnissen wirkt. Wenn ja, musste im Einzelfall geklärt werden, um welche Art bzw. welchen Typ von Phänomenen es sich dabei handelt.
Die Bußphänomene werden eindeutig durch geistgewirkte Bußpredigt als Zeichen tiefgreifender Buße ausgelöst und bestimmt. Bei den Erscheinungen etwa des „Torontosegens“ läßt sich größtenteils eine andere Ausgangsbasis feststellen. Übereinstimmend für beide Arten wäre die Annahme, dass es „körperliche Reaktionen auf das Wirken des Geistes und Wortes Gottes“ sind. Abweichend vom Wirkungsprinzip der Bußphänomene zeigen sich in der Praxis des „Torontosegens“ folgende Punkte:

  1. a) Die Phänomene wie Hinfallen, Schreien, Lachen oder Zittern werden überwiegend von wiedergeborenen Christen erlebt. Daran wird klar, dass es keine Bekehrungsphänomene bzw. „Geburtswehen“ sein können.
  2. b) Die begleitende Predigt richtet sich großenteils nicht an Unbekehrte, sondern an Gläubige, die den Herrn neu erleben und im Glauben gestärkt werden wollen.
  3. c) Die erlebten Phänomene treten nicht überraschend auf, sondern werden von Versammlungsleitern und -besuchern überwiegend gesucht und erbeten.

Es ist wichtig, den Unterschied zwischen Bekehrungs- und Erbauungsphänomenen zu beachten. Beide wären laut 1. Korinther 12-14 prinzipiell legitim. Da die Bußphänomene in Ursache und Wirkung eindeutig sind, wollen wir uns im Weiteren mit den z.Z. aktuellen Phänomenen des „Torontosegens“ befassen.

3. Die Wirkungsmerkmale bei übernatürlichen Phänomenen

Bekannterweise wird im Neuen Testament über körperliche Reaktionen oder Phänomene hauptsächlich im Zusammenhang mit der Bekehrung berichtet. So stellt sich die Frage, welcher Ursache oder welchem Wirkungsprinzip wir die Erbauungsphänomene bei Christen zuordnen müssen. Es bietet sich an, diese mit dem Zungenreden in Verbindung zu bringen. Dieses wurde in der Urgemeinde einerseits als Merkmal erfahrener Wiedergeburt bzw. Geistestaufe (Apg 10,46), aber auch als erbauend für Bekehrte erfahren (1 Kor 14,4). Da die „Torontophänomene“ zumeist im letzteren Sinne praktiziert werden, könnte man sie – allerdings mit Vorbehalt – den Gaben des Heiligen Geistes zuordnen (1 Kor 12,1). In der Kategorie der Geistesgaben müssten bei den Phänomenen jedoch – soweit sie offiziell im Gemeindeleben auftreten – folgende Kriterien oder Wirkungsprinzipien gewährleistet sein:
Sie müssten zum Nutzen und zur Erbauung aller Versammelten dienen (1 Kor 12,7; 14,5).

  • Die Gabenempfänger dürften sich dem Geist nicht unkontrolliert überlassen, sondern das Geschehen bewusst lenken können, da „die Geister der Propheten diesen untertan sind“ (1 Kor 14,32).
  • Sie dürften das Prinzip des Anstandes und der Ordnung nicht ungehindert verletzen (1 Kor 23.33).

Nach dem neutestamentlichen Menschenbild ist davon auszugehen, dass jeder Mensch – auch der Unbekehrte – jederzeit die bewusste Kontrolle darüber behalten soll, was in ihm und mit ihm geschieht. Eine „Vergewaltigung“ oder Fremdsteuerung des Ich bzw. der Persönlichkeit versuchen nur die Geister des Bösen (Apg 19,15.16). Wie Gott keinem Christen eine Geistesgabe aufoktroyiert, so werden auch nur diejenigen, die sich den „Torontophänomen“ bewusst öffnen, solche erleben.

4. Bewertungsmerkmale für übernatürliche Phänomene

Paulus klärt die Gemeinde in Korinth darüber auf, dass die Christen für den richtigen Umgang mit Geistesgaben selbst verantwortlich sind. Es war vorgekommen, dass Gemeindeglieder das übernatürliche Phänomen der Sprachenrede überbewerteten und nicht zum Nutzen, sondern zum Anstoß anderer missbrauchten. Daher gibt ihnen der Apostel eine Bewertungshilfe für den Umgang mit geistlichen Gaben. Paulus erinnert an das zunehmende Urteilsvermögen eines Heranwachsenden. Bei einem Kind ist „kindliches Denken“ bzw. Bewerten normal und legitim (1 Kor 13,11). Damit entschuldigt Paulus quasi, dass sie das übernatürliche Phänomen des Zungenredens zunächst überschätzten und die Prinzipien des rechten Gebrauchs übersahen. Er ermahnt sie jedoch, nicht beim kindlichen Bewerten und Verhalten stehenzubleiben. Sie sollten aus Fehlern lernen und „im Verständnis“ (z.B. des Stellenwertes der Phänomene) erwachsen werden (1 Kor 14,20). Es wurde also höchste Zeit, die übernatürlichen Phänomene

  • nicht als besondere geistliche Qualität,
  • nicht als Bestätigung ihrer richtigen Gottesbeziehung und
  • nicht als Vorzug gegenüber anderen Christen zu missbrauchen. Falls sie es weiterhin täten, würde er diese kindliche oder kindische Handhabung äußerer Symptome als babyhaftes Verhalten oder bestenfalls als Pubertäts-Erscheinung ansehen müssen.

Sofern wir die „Torontophänomene“ als Gabe des Geistes betrachten, wäre das paulinische Bewertungs- und Umgangsprinzip ebenfalls darauf anzuwenden. Entwicklungsgeschichtlich angewandt ließen sich die turbulenten Kasseler Ereignisse (um 1909) in der jungen Pfingstbewegung mit frühkindlichem Verhalten, ähnliche Ungereimtheiten bei den „Torontophänomenen“ mit der pubertären Phase junger Menschen vergleichen.

5. Umgangsmerkmale mit phänomenorientierten Christen

In der Schule des Apostels Paulus lernen wir sowohl den Umgang mit übernatürlichen Phänomenen als auch mit Phänomene praktizierenden Christen. Sein Vergleich mit dem wachstumsbedingten Verständnis bei Heranwachsenden kann uns im Umgang mit Gemeinden und Bewegungen helfen, die übernatürliche Erscheinungen (über)schätzen.

In der Kirchengeschichte fällt uns auf, dass diese Symptome zumeist im Anfangsstadium, also bei relativ jungen Gemeinden, wie in Korinth, oder in Bewegungen, wie dem jungen Methodismus, vorhanden sind. Das ist zuallererst ein Zeichen für neues geistliches Leben. Vom Gemeindegründer Paulus wäre zunächst zu lernen, welches Verhalten gegenüber den phänomenorientierten Christen, Gemeinden oder Bewegungen nicht hilfreich ist:

  • Paulus be- und verurteilt diese Erscheinungen nicht pauschal als „dämonisch, seelisch oder hysterisch“. Er erkennt grundsätzlich an, dass sie im Gemeindeleben präsent und nützlich sein können.
  • Paulus distanziert sich solcher Phänomene wegen nicht von der jungen Christengemeinde und postuliert nicht, sie sei hoffnungslos einem Schwarmgeist verfallen. Vom familiären Vergleich her würde diese Haltung bedeuten, dass Eltern oder Geschwister ein Baby wegen seines Schreiens und gelegentlichen Gestanks empört sich selbst überlassen.
  • Paulus warnt auch nicht solche Gemeinden, bei denen solche Phänomene nicht vorkommen, etwa davor, mit der schwarmgeistigen Bewegung Kontakte zu pflegen. Das würde bedeuten, sie nicht mehr als Geschwister anzuerkennen. Solches Verhalten ließe – milde ausgedrückt – genauso auf jugendliche Unreife schließen.

 6. Seelsorgemerkmale beim Umgang mit phänomenorientierten Christen

Paulus geht auf die phänomenorientierten Korinther seelsorgerlich beratend ein. Das zeugt von geistlicher Reife und wohlwollendem Verständnis gegenüber gefährdeten Christen. Er handelt wie ein liebender Vater nach erzieherischen, wachstumsorientierten Grundsätzen:Der Apostel sieht zuerst die positiven Faktoren im Gemeindeleben und erkennt diese an (1 Kor 1,4-7).

  • Er redet darüber, was für ein geistliches Wachstum wesentlich ist (Kap.13), zeigt aber auch auf, wo die Fehlbewertungen liegen (Kap.14).
  • Er kritisiert nicht nur, sondern zeigt praktisch auf, wie Christen mit geistlichen Gaben und Phänomenen umgehen sollen (Kap.14).
  • Paulus warnt vor den Folgen des Gabenmissbrauchs (Kap.14,23) und ermutigt zum regen Gebrauch aller geistlichen Kräfte und Gaben (Kap.14,26.39).

 7. Erwartungsmerkmale beim Umgang mit phänomenorientierten Christen

„Junge“ Christen, Gemeinden und Bewegungen sind in der Regel unbeschwert, flexibel und erneuerungswillig. Das ändert sich – wie die Geschichte bestätigt – nach jahrzehnte- oder jahrhundertelanger Tradition. Kindheit und Jugend sind eben die Lebensphasen, in denen der Mensch lernt und geprägt wird. Darum wissen Eltern und Ausbilder, dass der Jugend die Zukunft gehört. Das zu hoffen und zu erwarten ist auch geistlich gesehen wichtig und richtig.
Nach dem Grundprinzip zukunftsoffener Erziehung orientiert sich auch Paulus. Er sieht bei seinen korinthischen „Kindern“ u.a. auch die „charismatischen“ Schwächen. Sie äußern sich in ihrem unreifen Drang nach sichtbaren, hörbaren, fühlbaren Geistessymptomen. Sie stützen sich noch zu wenig auf Gottes Zusagen im geschriebenen Wort. Es fällt ihnen noch schwer, nichts zu sehen oder zu fühlen und dennoch zu glauben (Joh 20,29).
Kinder im Glauben benötigen diese Phänomene scheinbar noch, um sich in ihrem jungen Glaubensleben vor Gott und vor Menschen bestätigt zu wissen. Im Pubertätsalter erleben Eltern mancherlei Überraschungen. Dabei passieren gelegentlich kindische, kuriose oder manchmal auch „skandalöse“ Dinge. Besonders im Gefühlsbereich sind ihre Teenies noch recht unausgegoren.
Aber „reife“ Eltern sehen nicht nur die Pannen. Sie wissen, das gehört in diesem Alter einfach dazu. Sie meckern nicht ständig, sondern ermahnen, trösten, ermutigen und bauen die Persönlichkeit der Jugendlichen hoffnungsfroh auf. Sie blicken nach vorne und wissen, dass ihre „Sorgenkinder“ das, „was kindisch ist“, ablegen (1 Kor 13,11), die kritischen Phasen durchstehen, ja dass sie aus ihnen reifer, gefestigter, urteilsfähiger hervorgehen werden.

Größeres als Phänomene und Gaben

Im Rahmen dieser heiklen Thematik betont der Apostel Paulus, dass es Erstrebenswerteres gibt als besondere Erlebnisse und glänzende Gaben: das Vorhandensein der göttlichen Liebe (1 Kor 13). Damit unterstreicht er die anfangs erwähnte Äußerung, dass die Frage der übernatürlichen Phänomene nicht die Hauptsache ist. Liebe, die sich im Alltagsleben bewährt, ist eine Frucht des Heiligen Geistes. Daher ist sie das wichtigste Merkmal und Kriterium darüber, ob wir geisterfüllt, den Menschen nützlich und Gott angenehm sind. Damit wären wir beim eigentlichen Thema der Initiative BE. Es lautet: Heiligung durch den Christus in uns und Lebenserneuerung durch den Heiligen Geist. Daraus erwächst echte Einheit im Geist und missionarische Initiative.

Wie die geschichtlichen Dokumente bestätigen, ist die befreiende Heiligungsbotschaft infolge der Berliner Erklärung als perfektionistisch verdächtigt worden. Das biblische Zeugnis, nach dem Christen „der Sünde gegenüber gestorben“ sind und als mit-Christus-Auferweckte für Gott leben dürfen (Röm 6,18), wurde verdrängt und ist nahezu verlorengegangen. Dadurch entstand ein Verlust für das Volk Gottes, der sich schädlicher auswirkte als die unguten Nebenerscheinungen damals und jetzt. Um diesen Schaden zu heilen, ist es nötig, Buße zu tun und die Ära der Berliner Erklärung offiziell zu beenden.

Erlöstes Christsein, Eins sein in Jesu Liebe und missionarischem Dienst will Gott seinem Volke neu schenken.

Shalom

 

„Ungewollt“ schwanger – was nun?

Laut idea (11,2018) „wurden 2017 in der BRD…101.209 ungeborene Kinder im Mutterleib getötet“. Unter „Tötung“ versteht  Wikipedia „die vorsätzliche Tötung eines in der Gewalt der Hinrichtenden befindlichen, gefangenen Menschen“. Inzwischen dürfte anerkannt sein, dass Embryos genetisch gesehen schon „vollkommene Menschen sind. Folglich handelt es sich bei ärztlich vollzogenen Abtreibungen quasi um eine staatlich geduldete – und zumeist auch bezahlte – „Hinrichtung“ völlig unschuldiger Menschen.

Erleichtert bzw. ermöglicht wird diese „strafbare Handlung“ durch eine sogenannte “Konfliktberatung“, deren Bescheinigung eine straffreie Abtreibung bzw. Tötung embryonaler Menschen erlaubt. Bislang war bzw. ist die offizielle Werbung für diesen Abtreibungs-Schleichweg verboten. Kaum aber ist die neue Koalitionsregierung im Amt, wollen linkslastige Politiker dafür wieder kämpfen. Welche Schizophrenie: Eine gesetzlich verbotene Hinrichtungspraxis will man nicht nur erdulden, sondern sogar ungestraft für sie werben.
Beim politischen Tauziehen um eine gesetzlich „legitime“ Abtreibungspraxis hat es schon vor Jahren einen Lichtblick gegeben. Es war der konsequente Ausstieg der Papstkirche  aus der Mogelpackung: „bescheinigte Konfliktberatung als Erlaubnis zum Morden“. Doch dabei zeigte sich – und zeigt sich bis heute, dass sogar die katholischen Bischöfe beim heißen Thema Abtreibung uneinig sind. Es wird wieder neu aktuell, was ich damals als biblische Orientierung für eine Zeitung schrieb:

Beratungsschein ja oder nein?
Sie haben es nicht leicht, die katholischen Bischöfe. Auf wen sollen sie hören? Wofür oder besser für wen sollen sie sich beim Thema „Beratungsschein ja oder nein?“ entscheiden? Fangen wir beim schwächsten Glied  in der Kette derer an, die von ihrem Votum betroffen sind, dem Baby im Leib seiner Mutter. Dieses ist ein zwar embryonaler, aber nach dem heutigen Wissensstand genetisch bereits „vollkommener“ Mensch. Für  das Baby geht es bei der Frage nach dem Beratungsschein um Tod oder Leben. Wird er ausgestellt, ist zumeist sein Todesurteil gesprochen. Doch wer stirbt schon gerne? Wäre es ihm möglich, würde das Baby verzweifelt schreien: Stellt den Schein nicht aus! Tötet mich nicht; ich will doch leben!

Leben steht gegen Leben
Dann haben die Bischöfe bei ihrem Votum auf die Stimme der Eltern zu achten. Diese können – im Unterschied zum Kind – ihren Willen bekunden. Und das tun sie, wenn sie etwa einen Beratungsschein wünschen. In der Regel haben sie ihre Entscheidung, das Kind abzutreiben, schon vorher getroffen. Nicht wenige wünschen von den Beratern: helft uns, unser Kind loszuwerden, um optimaler leben zu können. Leben steht gegen Leben. Zweifellos wurde oft verantwortungsbewußt, also zugunsten des Kindes beraten und auch entschieden. Das könnte natürlich auch ohne Beratungsschein auf einer weit solideren Basis erfolgen.
Dann ist da noch die Stimme des Volkes – auch des religiösen Volkes –, die das bischöfliche Urteil erschwert. Wollten sie dem Volksbegehren nachgeben, so müßten die Kirchenvertreter beim Beratungsschein mit Tötungserlaubnis verbleiben. Nur ein paar „Ewig-Gestrige“ sind heute noch dagegen.

Die Stimme der Politiker und Ärzte
Und dann hat für die Bischofsentscheidung auch die Stimme der Politiker Gewicht. Allerdings hat der Gesetzgeber sich deutlich genug für eine Tötungserlaubnis seiner hilflosesten Bürger per Beratungsschein ausgesprochen. Das war wohl auch so zu erwarten, da man ja schließlich vom Volk gewählt werden will. Und dieses forderte lautstark sein „Recht auf den eigenen Bauch“.
Doch vielleicht sollten die Bischöfe das Urteil der Abtreibungskliniken und -ärzte auch mit beachten. Diese wollen ja schließlich den bedrängten Müttern oder Eltern mit ihren Tötungspraktiken angeblich helfen. Darum ist ihnen jeder Beratungsschein wichtig. Versteht sich, als Hilfsmittel, um Gutes zu tun, und ganz nebenbei auch noch gutes Geld zu verdienen.

Erstaunliche Einmütigkeit auf evangelischer Seite
Doch sicherlich wäre auch ein vorsichtiger Blick über den konfessionellen Zaun zu den evangelischen Bischöfen nicht zu verachten. Erstaunlich, die Bischofskollegen der EKD haben es leichter. In der Frage nach dem Beratungsschein sind sie sich einig. So gab es denn auch den einmütigen Beschluß, abtreibungswilligen Eltern die Tötungserlaubnis nicht zu verweigern. Man müsse Mitgefühl haben, wird hier argumentiert. Es wäre unbarmherzig, sie in solcher prekären Konfliktsituation im Stich zu lassen. Über die Konfliktsituation der Babys, die dabei qualvoll umgebracht werden, wird allerdings überhaupt nicht diskutiert. Ob man sich dieser blauäugigen Hilfsbereitschaft guten Gewissens anschließen kann, ist jenseits des Zaunes dann doch selbst zu entscheiden.

Nein, sie haben es nicht leicht, die Bischöfe. Sollen und können sie es wagen, bei solch einer breiten Front für den Beratungs- und Tötungsschein etwa doch noch dagegen zu stimmen?
Aber halt, da haben wir fast eine sehr wichtige, vielleicht die wichtigste Stimme vergessen, die für das Bischofsurteil maßgeblich ist: die Stimme des Papstes aus Rom. Und der Papst wagte es und – stimmte dagegen. Doch das Papsturteil macht die Lage dramatisch. Damit steht jeder katholische Bischof vor der Frage: Warum bin ich als Bischof nicht frei, nach eigenen Kriterien mein eigenes Urteil zu sprechen? Bin ich absolut an das Votum des Papstes gebunden? Gewiss sind Bischöfe frei. Aber für einen Bischof hat dies – wie jeder weiß – Konsequenzen. Bischof zu sein, ist wahrlich nicht leicht. Auf wen soll er hören?

Vor Gottes Richterthron werden keine vagen Argumente oder Schlagworte gelten.
Aber nur vordergründig haben die katholischen Bischöfe es schwerer. Jeder der vorher Benannten steht seinerseits vor der gleichen Frage, auf wen er hören will. Jeder Arzt, jeder Politiker,  jedes Elternteil und jeder Bürger des Volkes muß letztlich für sich selber entscheiden. Und jeder Bischof und auch – der Papst. Es gibt nur eine Ausnahme, nämlich das Baby im Mutterleib. Es ist unfähig, für sich selbst zu entscheiden. Verantwortlich für das, was mit ihm geschieht, sind daher die anderen. Sie sind sehr wohl in der Lage, über Leben und Tod zu entscheiden. Sie alle können und sollten sich daher ausnahmslos an Gottes Willen und Wort orientieren.
Diese höchste und letzte Instanz haben wir bisher noch nicht um ihr Urteil befragt. Wir haben den Papst, die Bischöfe, Ärzte, Politiker, Bürger und Eltern zu Wort kommen lassen. Sie alle aber tun gut daran, ja sie sind gefordert, Gottes Willen als Maßstab und Kriterium für das eigene Urteil zu machen. Für sie alle steht schon im Alten Bunde geschrieben: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort haltenMi 6,8 . „Und Jesus selber sagt: „Selig sind, die Gottes Wort hören und danach tun“ (Lukas 11,26).
Darum werden einst vor Gottes Richterthron auch keinerlei vage Argumente oder Schlagworte gelten. Jeder Mensch wird Gottes Frage beantworten müssen: „Hast Du nach meinem Willen gefragt und getan?“ Und im Hinblick auf Beratungsscheine mit Todesfolge heißt es eindeutig von der allerhöchsten Instanz: „Du sollst nicht töten!“ Aber:

Vor Christi Gnadenthron gibt es Freispruch und Befreiung für Sünder
Bevor jeder Mensch einst vor Gottes Richterthron steht, lädt Jesus Christus jeden schuldig Gewordenen  schon hier und jetzt zu seinem Gnadenthron ein. Wer zu ihm kommt, der kann – wie einst die ertappte Ehebrecherin – bei ihm Vergebung seiner Schuld und einen Neuanfang finden.
In Joh 8, ab Vers 10 lesen wir: „da richtete Jesus sich auf und sprach zu ihr: Wo sind deine Ankläger, Frau? Hat dich niemand verdammt? 11 Sie aber sprach: Niemand, Herr. Jesus aber sprach: So verdamme ich dich auch nicht; geh hin und sündige hinfort nicht mehr“.

Ich denke mir, dass die zutiefst noch erschütterte Frau beim Fortgehen leise stammelte:
Danke, Jesus, ich fasse es kaum, aber ich glaube es dir: Du hast mir diese – und alle anderen Sünden – wirklich vergeben. Danke dafür! Danke aber auch für die nötige Kraft, dass ich hinfort nicht mehr – wie bisher – weiter sündigen muss. Darum entsage ich fortan der Sünde“.
Zu diesem festen Vertrauen 1. an die geschenkte Vergebung und 2. an die bewahrende Kraft Christi, der fortan in dir lebt, möchte ich dich als „Botschafter an Christi statt“ ermutigen (2Kor 5,20).
Shalom

 

Christsein progressiv und/oder konservativ?

Biblipedia – weitherzig, bibeltreu, vermittlungsoffen

Trotz der deutlich ungleichen Herkunftsprägung  in unserer Blog-Sphäre hat es erstaunlich „stimmige“ Beiträge zur evangelikalen Krisen-Entwicklung gegeben.
Sowohl für die Stellungnahme zur MEHR-Konferenz2018 von Uwe Brinkmann, wie für den Beitrag „Der dünne Vorhang“  von Frank Laffin , als auch den Humor-Beitrag „Neue Rebellen werden traditionell-konservativ“ und „Die nächsten großen Fragen unserer Zeit“ von Jonas Erne   möchte ich den Verfassern herzlich danken.
Worum es insgesamt geht, brachte Uwe Brinkmanns Formulierung: „Kathpop – und die evangelikale Krise am Beispiel der Mehrheitsmeinung zur MEHR2018“ auf den Punkt.
Entwicklungs-offener Austausch gefragt?
Diese, sowie auch ähnliche Äußerungen sind für mich persönlich, aber auch für die Standort-Bestimmung unserer biblipedia-Öffentlichkeitsarbeit hoch aktuell. Da manche Fragen die schwächelnde evangelikale Identität betreffen, sind sie zugleich als Impulse für bevorstehende Erörterungen darüber wichtig. Vielleicht könnte sich unsere „blockfreie“ biblipedia-Position noch zur neutralen  Orientierungs-Plattform im konturschwach werdenden evangelikalen Spektrum entwickeln.

„Herzlich willkommen“
Jonas Erne sieht wegen „Überalterung“ im progressiv-liberalen Lager „für die jungen Rebellen nur noch die Möglichkeit, traditionell, konservativ und bibeltreu zu werden“.
Auch das ist bei der heutigen Abgrenzungs-Öffnung weder anstößig noch ein Problem.
Wenn oder weil dem so ist, darum breite ich als bislang stabiler Konservativer beide Arme aus und rufe: Herzlich willkommen! Und noch mehr: Diese herzliche Einladung gilt meinerseits sogar „für die alten Rebellen“. Nicht wenige von ihnen sind es m. E. inzwischen leid, im Kontra-Modus weiter zu „bellen“. Und ihr als Hauptrebell verpönter und gekreuzigter Rebellen-Chef, Jesus, wird sich freuen, auch sie in seine versöhnenden Arme zu schließen. Denn laut seiner Zusage in Joh 6,37 stößt er – soweit sie bußfertig kommen (Offb 3,19-20) – auch aus Altersgründen niemand hinaus.
Standpunkt-Veränderung durchaus ok
Zu dieser brisanten, aber zugleich seelsorgerlichen Thematik möchte ich mich von meinem ultra-konservativen Standpunkt her weiterhin deutlich äußern. Übrigens „ultra-konservativ“ nicht deshalb, weil ich den normal-konservativen Standpunkt ignorieren, sondern kirchengeschichtlich weiter zurück, also ganzheitlicher als in der heutigen Diskussion üblich, ansetzen möchte. Diesen geschichtlichen Blickpunkt möchte ich als Heilslinie „im erwecklichen Protestantismus“ bezeichnen.
Aus publikations- relevanten Gründen habe ich abschließend noch eine Bitte an uns alte und junge, aber bekehrte und begnadigte – und hier publizierende „Rebellen“ – mich eingeschlossen: Lasst uns beim Erstellen und Posten unserer Beiträge die optimal formulierte Inhalts-Definition unserer  biblipedia-Beiträge: Biblische Lehre für die Blogo-Sphäre, bewusst beachten!
Klare Standort-Bestimmung wichtig
Diese eindeutige Positionierung unseres geistlichen „Herzschlags“ ist für die zu erwartende  Vertrauens- und Beliebtheitsbasis unserer Austausch- und Lehrplattform unerlässlich. Ausrutscher wie „So macht Kommunismus Spaß!“ sind unter uns sicher verzeihlich, aber nicht statthaft, wenn man unseren selbstdefinierten Lehrauftrag ernst nehmen soll.   Shalom!

Den „Goliat“ im Herzen bezwingen

Den „Goliat“ im Herzen bezwingen!

„Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat“  1Joh 5,4

 „Aber da ist noch eine (Goliat)Sünde“
Reiner sitzt neben mir auf einer Bank. Er hat bis vor kurzem nur halbherzig versucht, als Christ zu leben. Doch nun ist er bereit, Jesus Christus ungeteilt zu gehören und mit bewussten Sünden zu brechen. In einem persönlichen Übergabegebet macht er seine Hingabe an Jesus jetzt endgültig fest.

„Aber da ist noch eine Sünde“, sagt er hinterher leise, „die ich wohl nie überwinden werde. Ich bekämpfe sie schon ziemlich lange, aber sie ist mir zu stark“. Reiners neu vollzogene Hingabe an Jesus war echt. Dabei wurde er der Vergebung all seiner Sünden gewiss und hat Gott dafür gedankt. Doch wie wird es nun im Alltag weitergehen, nachdem ich bislang so viele Niederlagen erlebte? fragte er sich besorgt. Hatte er jetzt die Basis für ein befreites Christsein gefunden? Unter Basis versteht Reiner stabile Kraftreserven im Kampf mit dem Bösen. Oder würde er der „einen Sünde“ weiterhin nachgeben müssen? Das wäre fatal. Dann bliebe ihm letztlich doch nur ein Christsein mit schlechtem Gewissen.
Ähnlich wie Reiner geht es nicht wenigen Christen. Sie sind über ihre Niederlagen deprimiert und fragen sich: wann werde ich diesen „Goliat“ in mir endlich bezwingen? Vielleicht haben auch Sie sich schon ernsthaft gefragt, ob Sie sich mit dem Fallen und wieder Aufstehen – etwa mit einem Pornoproblem – nicht doch abfinden müssen?

Lässt sich mein Porno-Riese bezwingen?
Auf diese Schlüsselfrage, ob ein befreites Christsein möglich ist oder nicht, wollen wir jetzt die Bibel antworten lassen. In einer Predigt zum obigen Bibeltext stellte ich meinen Zuhörern einige Fragen. Die erste lautete: Wer von ihnen könnte bezeugen: Ich bin ein Christ?
Fast die ganze Gemeinde meldete sich. Meine zweite Frage lautete: Wer von ihnen könnte fröhlich bekennen: Ich bin ein Welt-Überwinder? Es entstand eine Pause. Schließlich sah ich zwei sich zaghaft erhebende Hände. Ein ungereimtes Ergebnis, nicht wahr! Die meisten Glieder dieser Gemeinde waren sich bewusst, Christen zu sein, aber kaum jemand wagte zu bekennen: Ich überwinde die Sünde; ich bin ein Welt-Überwinder!
Dieses Testergebnis lässt vermuten, dass die meisten Gemeindeglieder sich – mehr oder weniger oft – von der „Welt mit ihrer Lust“ überwinden lassen, statt diese zu überwinden. Die Folgen davon sind bei Christen Selbstanklagen und ein schlechtes Gewissen.
Können Sie sich vorstellen, dass solch ein zermürbender Konflikt auch bei echt Bekehrten vorkommen, ja sich sogar einnisten kann? Wären Sie und ich als frustrierter Verlierer dann nicht schlechter dran als Menschen, die das Böse erst gar nicht bekämpfen?

 Auf dem Bibel-Fundament werde ich siegen
Für die gravierende Frage, ob Christen Weltüberwinder sind oder nicht, benötigen wir ein Fundament, das wirklich trägt. Das aber ist allein im Wort Gottes zu finden. Meine eigene Meinung dazu würde niemandem weiter helfen.
Um eine hilfreiche Antwort vorzubereiten, stellte ich der Gemeinde eine weitere Frage. Sie lautete: Wer von Ihnen ist überzeugt, dass Gottes Wort absolut wahr ist und wir uns auf das, was sie sagt, sicher verlassen können?
In Bezug auf die biblische Autorität hatte die Gemeinde keine Probleme. Kaum eine Hand blieb jetzt unten. Nun versicherte ich meinen Zuhörern, dass ich nur das sagen würde, was im Predigttext wirklich steht. Gottes Wort sollte klar stellen, wer die Sünde und Welt überwindet – oder eben auch nicht? Darum wollen wir unseren Leittext, 1 Johannes 5,4, jetzt exegetisch genau untersuchen.
Folgendes schreibt der Apostel Johannes in 1 Joh 5, Vers 4 und 5:

„Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat…“.
Was die Bibel hier sagt, mag aus Ihrer bisherigen Sicht auffällig positiv, vielleicht sogar überspannt und darum fragwürdig klingen. Mancherorts ist diese Glaubenssicht daher unpopulär und auch umstritten. Ich hoffe jedoch, dass Sie ihre Meinung – wie ich selbst- allein auf Gottes Aussagen gründen. Lassen Sie uns den biblischen Standpunkt daher unbeirrt übernehmen.

  1. Basisfrage für siegreichen Kampf: Bin ich wiedergeboren?
    Bei der Analyse dieser Glaubensbasis entdecken wir folgende Kernpunkte:
    Als 1. Bedingung für Weltüberwinder betont  Johannes die geistliche Wiedergeburt: „Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt“, steht hier unverkennbar geschrieben. Beachten Sie bitte, dass Johannes nicht sagt: Jeder, der getauft worden ist, überwindet die Welt. Die Wassertaufe bewirkt keine Wiedergeburt. Er sagt auch nicht: Wer ein treues Mitglied einer anerkannten Kirche oder Freikirche ist, wer viel betet, opfert oder Gutes tut, der überwindet die Welt. Folglich können Sie all diese Dinge schätzen und tun, ohne von neuem geboren zu sein. Ohne Christus im Herzen werden Sie Satan und das Böse jedoch nie überwinden.

Ihre Wiedergeburt geschieht durch konsequente Abkehr vom Bösen und bewusste Hinkehr zu Jesus Christus als Ihren Retter und Herrn (Apg 2,38). Diese 1. Bedingung ist bei Ihnen erfüllt, wenn Sie aufstehen und bezeugen können: Jesus lebt in mir; Ich bin durch Gottes Gnade und Geist von neuem geboren!
Sollten Sie im Kampf gegen die Sünde jedoch häufig am Boden liegen, dann müssten Sie ernsthaft die Frage klären: Bin ich sicher, von neuem geboren zu sein? Anders gefragt: bin ich ganz gewiss, dass „Christus in mir lebt“, wie der Apostel Paulus es Gal 2,20 von sich selber bezeugt?

Wenn nein, dann sollten Sie Ihr Herz momentan für Jesus öffnen.
Wenn ja, dann empfingen Sie bei seiner Einkehr zugleich auch den Heiligen Geist. Dieser machte Sie Ihrer Wiedergeburt und Gotteskindschaft gewiss. Und damit ist die erste Bedingung für sieghaftes Christsein bei Ihnen erfüllt. Ab sofort kann und will Jesus die Sünde in Ihrem Herzen besiegen. Daraus folgt, dass Sie selbst Satan und das Böse nicht erst noch überwinden müssen. Was Sie jetzt glauben dürfen und sollen ist folgendes:

Jesus hat am Kreuz  für mich die Sünde und Welt bereits überwunden. Sein Sieg ist mein Sieg. Und ich bin folglich schon hier und jetzt ein Weltüberwinder!“
Das nennt die Bibel, „im Glauben“ zu kämpfen 1Tim 6,12 . Nicht Wiedergeborene hingegen bekämpfen die Sünde – wenn überhaupt – in eigener Kraft, ohne sie überwinden zu können.

  1. Basisfrage für siegreichen Kampf: Will ich konsequent glauben?
    Ihr persönlicher Überwinder-Glaube ist die 2. Bedingung, die Gott von ihnen erwartet. Gemeint ist hier nicht Ihr Glaube an die Sündenvergebung. Gemeint ist ein Glaube mit praktischen Konsequenzen. Johannes schreibt nicht etwa: Unser Glaube ist der Sieg“, der die Welt irgendwann überwinden wird. Dabei bliebe Ihnen ja der Spielraum, zunächst noch weiterzusündigen Röm 6,15 und sich trotzdem der Vergebung zu trösten. Nein, sondern hier steht:  „Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.

Johannes setzte demnach bei den Briefempängern voraus, dass sie sich durch ihren Willensentschluss für die Taufe bereits gegen das Weitersündigen (Rö 6,2) und für den Gehorsam des Glaubens entschieden hatten (Röm 1,5; 6,3-11). Zu glauben, dass ihnen ein Überwinderleben in der Kraft Christi im Alltag möglich ist, war für sie selbstverständlich. Wurde es doch primär von den Aposteln kräftig bezeugt (1Petr 1,18.19). Durch ihr Ja zur Taufe hatten sie daher offen bekannt: „Der Sieg über die Welt ist nicht mein Verdienst, sondern Gottes Gnadengeschenk. Dieses befähigt mich, im Alltag entsprechend zu leben. Und ich bin bereit, das fortan zu praktizieren!“

Leider wird diese Wahrheit heutzutage fast gar nicht bezeugt, sondern eher verdächtigt. Daher haben die von mir befragten Christen es auch kaum gewagt, sich als Weltüberwinder zu outen. Wenn ich nun Sie, lieber Mitchrist, spontan fragen würde: Sind sie ein Weltüberwinder? Wie würden Sie darauf reagieren?
Bedenken Sie, dass Sie den Sieg über das Böse nicht erst selber erringen müssen. Das hat Jesus vollkommen für Sie vollbracht. Er weiß auch, dass Sie im täglichen Glaubenskampf wachsen und das Überwinden der Sünde gleichsam einüben müssen – wobei es auch Fehltritte gibt.

Nein zur Sünde – Ja zum Siegesglauben – Mut zum Bekennen
Zum Annehmen seiner Sieges-Gnade jedoch brauchen Sie nicht sehr viel Zeit. Sie entschließen sich dafür und nehmen den „Sieg, der die Welt überwunden hat“, glaubend an. Ergreifen Sie als Wiedergeborener jetzt auch die Sieges-Gnade über Satan, Sünde und Welt. Und weil Sie dann im Glauben ein Weltüberwinder sind, darum können sollten Sie im Glauben Gott täglich neu dafür danken!
Und noch eins: Bekennen Sie sich mutig als begnadigter Weltüberwinder. Tun Sie es ab sofort – auch ohne dies schon erlebt zu haben oder zu fühlen, sondern zunächst nur, weil die Bibel es sagt. Die Basis Ihres Glaubens ist und bleibt allein Gottes Wort. Der Glaube spricht kühn: So steht es u. a. im 1. Johannesbrief deutlich geschrieben!

Und weil die Bibel sich selbst nicht widerspricht, darum lassen Sie uns die Vergebungs- und Überwinder-Gnade dankbar glauben und – auch in biblipedia-Portal – mutig bezeugen!  Shalom

Den Himmel im Herzen

Glaubens-Logik:
>
   Wo Gott ist, da ist der Himmel

> „Gott wohnt, wo man ihn einlässt“
(Rabbi Mendes von Kozk)
>   Wohnt Gott im Herzen, so ist der Himmel im Herzen

 Biblipedia ist angetreten, um progressiven und anderen Zeitgenossen das biblische Wahrheitszeugnis näher zu bringen. Hier möchte ich nun solch einen Beitrag posten. Als Basis dazu gehört ein biblisches Leitwort. Dafür wähle ich das bei Evangelikalen viel zitierte, aber häufig missverstandene Jesuszitat:
„Ich bitte für sie, dass sie alle eins seien. Wie du Vater in mir bist und ich in dir,
so sollen auch sie in uns eins sein“.   (Jesus, Joh 17, 21)

 

 

Pardon, du hast das Thema verfehlt! höre ich einige Hellwache jetzt sagen. Im Bibeltext geht es doch um die Einigkeit unter Christen. Du aber wolltest uns über „den Himmel im Herzen“ berichten! Pardon, kontere ich! Genau um diese kostbare Wahrheit geht es in meinem Jesuszitat. Was er uns darin vom himmlischen Vater erbittet, das ist tatsächlich der Himmel im Herzen aller „von Gott geborenen“ Christen (Joh 1,13).  Und bei diesem faszinierenden Thema will ich jetzt bleiben:

 Den Bibeltext genau untersuchen (Text-Exegese)
Einheit unter den Christen ist ein kostbares Gut. Kostbar ist es u. a. deshalb, weil das Einssein der Christen sie vor der Welt glaubwürdig macht. Einig ist man sich zumeist darin, dass es an der Einigkeit hapert und Christen einander mehr als bisher lieben sollten. Schließlich habe Jesus im Hohepriesterlichen Gebet ausdrücklich darum gebetet, so wird allgemein argumentiert.
Vom Textwortlaut her wollen wir jetzt einmal fragen:  Hatte Jesus in seinem Gebet, „dass sie alle eins seien“, wirklich das Einssein der Christen untereinander im Blick? Meinte er damit nicht etwas völlig anderes?
Lasst uns daher Jesu Bitte vom Kontext her noch genauer betrachten: In seinem gesamten Gebet entdecken wir nichts von einer Forderung Jesu, dass Christen tunlichst eins werden sollten. Wir entdecken auch keinen erhobenen Zeigefinger mit dem Hinweis auf schlimme Folgen ihrer Uneinigkeit. Die Praxis zeigt zudem, dass sogar Hinweise auf das Wesen der Liebe in 1 Kor 13 uns Christen zumeist überfordern.
Nein, – man höre und staune – Jesus hat mit seiner Bitte, damit sie alle eins seien“, nicht primär die Einheit unter uns Christen im Blick. Im Hohepriesterlichen Gebet geht es ihm vielmehr um das bewusste Einssein mit seinem Vater im Himmel. Was Jesus für die Seinen erbittet, ist die intime Beziehung mit Gott, wie er sie persönlich hier auf Erden erlebte und pflegte. Was ihn selber täglich beglückte, stärkte und ermutigte, will er im Gebet seinen Jüngern vermitteln.

Vernunftkritik und falsche Demut zurückweisen
Es klingt demütig, wenn Christen meinen, es wäre vermessen, so innig wie Jesus mit Gott eins sein zu wollen. Der klare Wortlaut des Textes aber besagt: Genau die gleiche Beziehungsqualität, derer sich Jesus erfreute, hat er für die Seinen erbeten. Seine Bitte in Vers 11 bestätigt: „…dass sie eins seien wie wir.“ Und er vertieft diesen Gebetswunsch mit den Worten: „…damit sie alle eins seien, wie du, Vater in mir bist und ich in dir“.
Nun steht für Glaubende fest: Worum Jesus betete, das hat Gott gewiss erhört. Es ist daher gültig und erlebbar für jeden Christen.
Jesu Gebet um eine geradezu intime Beziehung mit Gott mag der Vernunft unfassbar erscheinen. In der Tat erbittet Jesus ihnen damit eine neue Erlebnis-Dimension. Diese direkte Vater- Beziehung erschließt seinen Jüngern einen Erfahrungshorizont, den sie bisher noch nicht kannten. In der bewussten Gemeinschaft mit Gott sollen sie gleichsam ein Stück Himmel auf Erden erleben.

Neue Erkenntnis-Dimension schenken lassen
Dass ewiges Leben nicht erst im Himmel beginnt, beweist auch Jesu Aussage: Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hat, Jesus Christus, erkennen. Zu dem, was Jesus mit dem Wort „erkennen“ hier meint, schreibt der Theologe  Ralf Luther:
 Gemeint ist ein ‚Erkennen’, wie es aufleuchtet zwischen zwei Menschen, die plötzlich dessen innewerden, dass sie füreinander bestimmt sind. Solch ein Erkennen ruft eine Erschütterung aller Lebenstiefen, ein Ergriffensein des ganzen Menschen hervor. Gibt es so etwas schon zwischen zwei Menschen, wie erst dann, wenn ein Mensch von der Gottheit berührt wird und seine Gegenwart urgewaltig über ihn kommt. Hier ist ihm ein Reichtum geschenkt, der alle Schranken seines bisherigen Daseins aufhebt“.

Bewährungskritik gelten lassen
Jetzt wollen wir der Frage nachgehen: Wie wirkt sich diese urgewaltige  Gottesbeziehung im Leben der Christen aus?  Vielleicht hast du, während du liest,  noch den letzten Streit in deiner Familie  oder sogar Gemeinde vor Augen. Und du fragst dich: Ist es vertretbar, auf eine reale Wende zu hoffen? Unbedingt! antworte ich. Und zwar dann, wenn du es nicht als eigene Leistung,  also  gesetzlich, sondern vom geschenkten Reichtum Gottes her siehst.
Während einer Evangelisation hatte ich zu einer Nachversammlung eingeladen. Nachdem einige Anwesende Jesus konkret darum baten, in ihre Herzen zu kommen, erhob sich spontan eine Frau. Sie streckte ihre Hand über den Tisch zu einer anderen Frau mit den Worten: „Wollen wir uns denn jetzt wieder vertragen?“ Und dann versöhnten sie sich, nachdem sie  jahrelang im gleichen Gotteshaus gesessen hatten – ohne miteinander zu sprechen. So etwas – und vieles mehr –  wirkt der Heilige Geist bzw. Christus, wo er im Herzen einkehren kann.
Jesu Bitte um Herzenseinheit mit Gott eignet sich gut, unsere persönliche Glaubens-Haltung zu testen. Wenn es demnach unter Christen an der Bruderliebe und Einigkeit fehlt, dann sollten sie ernsthaft drei Fragen prüfen:

  1. Wohnt Jesus schon oder noch nicht in meinem Herzen?
  2. Bemühe ich mich als Christ noch in eigener Kraft, geistliche Früchte zu bringen
    (Gal 5,22ff)?
  3. Glaube ich fest, dass Jesus sofort bei mir einkehrt, sobald ich ihn konkret darum bitte? (Ofb 3,20)

 Unerschöpflichen Reichtum besitzen
Versuche bitte jetzt, einigen logischen Gedankenschritten zu folgen:
>In Jesus wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig (Kol 2,9).
>Wer Jesus in sein Herz aufgenommen hat, der hat zugleich mit ihm Gottes ganzen Reichtum empfangen (Röm 8,32).
>Dazu gehört auch die unerschöpfliche Liebe Gottes (Röm 5,5).
>Als Folge davon dürfte die Liebe und Einigkeit untereinander sich wie von selber ergeben. So geschah es u. a. zu Pfingsten und bei der erwähnten Versöhnung der zerstrittenen Frauen.
Darum ist das von Jesus erbetene Einssein mit Gott gleichsam ein beglückendes Zusatzgeschenk. Dieses gilt es dankbar anzunehmen und als Herzensumgang mit Gott treu zu pflegen – so wie Jesus es tat. Abschließend möchte ich noch einige Früchte praktizierter Herzensgemeinschaft mit Gott aufzeigen:

Du kannst und wirst demütig werden!
Wenn Du als Christ das Einssein mit Gott treu und bewusst praktizierst, wird seine göttliche Liebe zunehmend in dein Herz „ausgegossen“ (Rö 5,5). Du wirst erkennen, dass Christen erst dadurch befähigt werden, eins untereinander zu sein und sich trotz ihrer Fehler zu lieben. Trotzdem weißt du dich mit Luther vor Gott als armer Bettler. Und du kannst und willst es auch ganz bewusst bleiben. Du bist nämlich davon überzeugt, dass nicht die eigene, sondern die göttliche Liebe in dir pulsiert.  Diese Logik erlaubt keinen Platz für Selbstlob und eitle Ehre.

Du wirst zielklar und kompetent handeln können.
Die souveräne Gegenwart Gottes machte Jesus im Umgang mit Menschen und Verhältnissen kompetent und überlegen. Jesus blieb absolut rein, absolut wahr und absolut unbestechlich. Von Gottes Willen erfüllt, beherrschte er stets seine Gedanken, Gefühle, Triebe und Taten.  Er ließ sich alleine von Gott, nicht aber von Menschen leiten oder bestimmen. Falls nötig, wies er sogar engste Verwandte barsch zurück und konnte sich Autoritäten wie den Hohenpriestern und Pilatus verweigern. Im gesellschaftlichen Umgang ließ Jesus sich nicht vom eitlen Standesdünkel bestimmen. Und warum konnte er das? Gott selber wohnte in ihm und war stets und überall gegenwärtig. Er unterwies, leitete, warnte oder stärkte und ermutigte ihn in seinem Herzen (1 Joh 2,27). Und da erwartet auch dich!

Du wirst dich mit Gott „abstimmen“ können.
Jesu Beispiel macht deutlich, wie konsequent er auf der geistlichen  Beziehungsebene mit seinem Vater verkehrte. Immer wieder zog er sich zurück, um zu beten.  „Mein Vater offenbart mir alles, was er tut; und er wird mir noch größere Werke zeigen“, verriet er seinen Jüngern (Joh 5,20). Wie ein Flugpilot vor der Landung die Verbindung zum Tower aufnimmt und der kompetenten Anleitung folgt, so war Jesus immer bereit, sich nach Gottes Weisung zu richten.   Diese „Abstimmung“ mit Gott im Denken, Wollen und Tun verlieh Jesus eine souveräne Vollmacht in seinem Verhalten.
Und genau diese Chance, lieber Christ, hat Jesus auch für deinen Umgang mit dem himmlischen Vater erbeten. Er bezeichnet dieses kostbare Erleben als „Herrlichkeit“. Und er bestätigt auch dir das unfasslich große Geschenk mit folgender Zusage:

„Ich habe ihnen  die Herrlichkeit (des Einsseins) gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien“ (Vers 22).

Ja zur Sinnesänderung und zur Treue im Kleinen
Aber beachte bitte: Nur in dem Maße, wie du die Chance der Gottesbeziehung – wie Jesus –  täglich wahrnimmst, wirst du den Himmel auf Erden entsprechend erleben. Aus der Treue in deinem vertikalen Einssein mit Gott erwächst dir die Kraft für deinen horizontalen Alltagsbedarf, und zwar dort, wo du dich gerade jetzt befindest und lebst.

Ergreife dieses Abschieds-Vermächtnis Jesu im festen Glauben. Sage ihm erstmals oder erneut: Danke, Jesus, für das völlige Einssein mit Dir und dem Vater im Himmel. Ich erneuere meinen Entschluss, dir fortan gern, ganz und gleich zu gehorchen. Hilf mir dabei, meinen täglichen Umgang mit dir intensiv zu gestalten. Ich will für unser Einsein – wie Jesus – täglich genügend Zeit und Kraft investieren. Damit andere und ich entsprechend davon profitieren. Amen.

 

 

Dein täglicher Umgang mit Gott in der Bibel

 „Freude an der Bibel“
Konzeptentwurf eines kreativen Bibelstudienheftes
für engagierten Umgang mit Gottes Wort

Ein Testangebot für die Bewertung des Entwurfs und
evtl. Mitarbeit im Autorenteam

Fleißigen Nutzern der geistlichen Impulse im Studienheft
wird folgender Gewinn versprochen:

  • tiefgreifende Charakter-Erneuerung
  • nachhaltige Persönlichkeitsbildung
  • Bewältigung persönlicher Lebensprobleme
  • Optimierung des eigenen Gabenpotentials
  • Entwicklung biblischer Denk- und Sprachfähigkeit
  • aktive Mitgestaltung bei Bibelgesprächen
  • Zurüstung für den Verkündigungsdienst

Wie kam es zu diesem Blog-Testangebot?

Meinem letzten  Blogbeitrag hatte  ich folgendes „Kompliment“ beigefügt:
„Meine liebe Frau, Gretel, hat diesen Blogbeitrag mit Korrektur- und Sachkompetenz mehrmals kritisch gelesen und mit mir besprochen. Dafür möchte ich sie mit dem Kompliment samt eines netten Jugendbildes als kleinen Dank – überraschen.  Ausführlich in meiner Buchwidmung“.
(Bitte zum näheren Ansehen offen lassen oder für einen Testdurchgang downloaden bzw. ausdrucken).
________________
Der falsche Link zur eigentlichen  „Buchwidmung“ (Seite 2) war ein reines Versehen. Er hat stattdessen den Entwurf meines neuen Bibelstudienheftes „Freude an der Bibel“ ins Blickfeld gerückt.
Fügung – Zufall – oder bloßes Versehen beim Selektieren des Links? Die erfolgten Aufrufe des Fehl-Links ließen mich ahnen, dass der Impuls vielleicht für eine persönlich-aktuelle  und dazu moderne „Bibelstudien-Einheit“ wichtig und genau das Richtige ist.
Ich folge dem inneren Wink und werde hiermit das Zufalls-Studienangebot als jetzigen Blogbeitrag posten.
Falls Dir der Entwurf nach Deinem Test zusagt, lade ich Dich zur aktiven Mitarbeit ein. Wenn Du magst, dann beantworte mir kurz folgende Fragen:
1. Meinst Du, man sollte/könnte davon eine Heftreihe erarbeiten und publizieren?
2. Welche Verbesserungsvorschläge fallen Dir ein?
3. Wärst Du bereit, im Herstellungsteam mitzuarbeiten? Wenn ja, wobei?

Ich bin gespannt!
„Eilige“ Blogleser werden sich vielleicht für die nachfolgende  Motivation zum täglichen Umgang mit Gottes Wort interessieren:

Welchen Gewinn bringt dir die tägliche Zeit für Gott mit der Bibel?

Gottes Wort wird kräftiger in dir wirken
Das Wort Gottes ist in sich „lebendig und kräftig“ (Hebr 4,12). Aus seiner Kraftfülle wurdest du wiedergeboren (1 Petr 1,21). Zugleich enthält es geistliche Kraftnahrung für deinen neuen „geistlichen Menschen“. Wie ein Baby kann und wird dieser bei genügend „Muttermilch“ gut gedeihen und wachsen. Täglicher, intensiver Bibelumgang ist jedoch unerlässlich, damit das geistliche „Stillen“ gelingt.

Kreativer Bibelumgang verleiht dir neues Selbstvertrauen
Ohne Christus im Herzen würde dich das Studienheft-Konzept überfordern. Aber Christus in dir bewirkt das „Wollen und das Vollbringen“. Als neue Kreatur vermagst du „alles durch den, der dich mächtig macht“, Christus. Dein neues Selbst vertraut darauf, dass dir „alle Dinge möglich sind“, wenn du es glaubst.

„Lust an der Bibel“ (Ps 1,2) ermöglicht dir Selbstbeherrschung
Ohne Selbstbeherrschung kommst du zur „Zeit mit Gott“ jedoch nicht früh genug aus dem Bett. Christus als dein neues Selbst aber befähigt dich, deine Trägheit und Müdigkeit zu beherrschen. Du brauchst dich davon nicht mehr bestimmen zu lassen. Im Glauben lernst du trotz mancher Rückschläge, „im Leben zu herrschen“ durch den einen, Jesus Christus“.

Kräftige Bibel-Nahrung befähigt dich, stark zu werden (1 Joh 2,14)
Zum Aufstehtraining brauchst du nicht nur Zeit, sondern auch geistliche Energie. Das aber ist für dich als Christ kein Problem. Jesu Worte, die du zunehmend liest und hörst, befähigen dich, um „über Mauern zu springen“ (Ps 18,39). Die Mauern mögen Müdigkeit oder Trägheit, oder Augenlust oder Medienabhängigkeit heißen.

Freiwilliges Bibelstudium befreit dich von Verhaltenszwängen
Dein bisheriges Aufstehen geschah unter Verhaltenszwängen zum unvermeidbaren Früh-stücks- oder Arbeitsbeginn. Zur „Stillen Zeit“ zwingt dich jedoch niemand und nichts. Du tust es absolut freiwillig, weil dein neues Ich oder Selbst es so wünscht. Gewohnheits- und Bedürfniszwänge werden dir zu gehorchen beginnen. „Zu beginnen“ deshalb, weil du es – auch als Christ – zunächst einüben musst.

Bibeltraining fördert deine Persönlichkeitsbildung*
Gelegentliche Freiwilligkeitssiege sind zwar ermutigend, prägen aber nicht nachhaltig deine Persönlichkeit um. Charakter- und Persönlichkeitsbildung erfordern ein Freiwilligkeits- Verhalten als Lebensstil. Dieses Hochziel lässt sich auch von dir nicht ad hock, sondern nur langfristig unter ganzem Trainingseinsatz – nach Jesu Vorbild und dem von Paulus – erreichen (Apg 12,24-26; Phil 3,12).

Geordnetes Bibelstudium stabilisiert deinen Charakter
Ein wichtiges Merkmal für hohen Persönlichkeitswert ist der stabile Charakter. Du erhältst ihn – gleichsam nebenbei – durch das Einüben einer täglichen, intensiven Zeit für die Bibel. Ein Sieg auf dem „Kampfplatz“ Stille Zeit trägt entscheidend dazu bei, deine vielleicht selbst verschuldete oder ererbte Charakterlabilität zu bezwingen. Setze in deinem Tagesablauf daher bewusst neue Prioritäten! Plane eine konkrete Bibelstudienzeit ein, auch wenn es dir fast unmöglich erscheint. Das Freude-an-der-Bibel-Konzept wird dir dabei helfen.

Schriftliches Formulieren neuer Bibelimpulse macht dich geistig fit
Das Lesen oder Hören biblischer Wahrheit vermittelt Herzensimpulse. Sie gedanklich zu formulieren, vertieft und verankert sie. Sie werden „greifbarer“, um spontan oder ausführlicher darüber zu reden. Nimm dir die Zeit dafür! Übe es auf den leeren Zeilen und evtl. auch auf Zusatzpapier.

Bibelkreis-Austausch baut dich auf und befähigt zum Teilen
Unersetzbar ist der Erlebniswert beim intensiven Gespräch um die Bibel. Jeder darf hier zu Worte kommen. Jeder wird selber beschenkt und darf „Lebensbrot“ weitergeben. Die ei-genen Notizen in den Studienheften helfen dir, „einander zu dienen“ (1 Pt 4,10). Mach fröhlich mit! Beginne, dich darin zu üben!

Bibelerlebnis in Tagesrationen erhöht den Gewinn
Die „Tagesrationen“ der Studienhefte sind ergiebig und fordern zeitlich heraus. Statt einer großen „Bibelmahlzeit“ kannst du die „Freude an der Bibel“ auch in 2 oder 3 kleineren Rationen genießen. Eine günstige Aufteilung der Tagesrationen markieren die vertikalen Linien am linken Rand des Heftes. Diese Linienart steht für die Frühstücksration mit der Bibel. Diese hier für einen deftigen Mittagsnachtisch. Und diese für einen bekömmlichen Gute-Nacht-Segen. Wie wäre es, als Einstieg morgen schon mit einer täglichen „Frühstücksration“ im Studienheft zu beginnen?!

Tagebucheinträge ermöglichen Erlebnisdokumente mit persönlicher Note Zeugnishaft kannst du darin ein besinnliches Nachgespräch über deinen Tagesablauf gestalten. Dankbarkeit, neue Einsichten oder Entschlüsse werden dir und evtl. auch anderen nützen.

* Zur Titelseite: Gipfelbild-Urheber und Motivationstrainers, Steve Kroeger, bestätigt:
„Der Weg zum Gipfel formt Führungspersönlichkeiten

Shalom