Billy Grahams Letzter Wille: Lies täglich in deiner Bibel!

Der „Jahrhundertprediger“ ruft zur täglichen Bibellese auf.

Diese erstaunliche Überschrift fand ich in einer der letzten idea-Ausgaben (Nr.23, Seite 12). In seinem TESTAMENT fordert der bislang wohl erfolgreichste Evangelist seine Kinder und Enkel zunächst auf, ein Leben „getrennt von der Welt“ zu führen. Anschließend bittet er alle Leser seines Testamentes eindringlich darum, „täglich in der Bibel zu lesen…“
Offensichtlich hat Graham das bis zuletzt mit großem Gewinn persönlich getan. Das sprichwörtliche „Die-Bibel-sagt“- Argument bestätigte sein elementares Vertrauen in Gottes Wort. Dieses hat sich durch das tägliche Bibellesen in ihm gefestigt und dann in der Öffentlichkeit vollmächtig als „Schwert des Geistes“  bewiesen.
Beachtenswert ist, dass der scheidende Evangelist die Leser nur schlicht darum bittet, seinem Beispiel zu folgen. Trotz der Dringlichkeit des Anliegens verzichtet er darauf, sie irgendwie zu bedrängen. Graham möchte persönliche Überzeugung und Freiwilligkeit wecken.
Am guten Wollen fehlt es bei echt Wiedergeborenen nicht (Röm 7). Doch auf dem „Kampfplatz Stille Zeit“ ist das müde Fleisch – wie in Gethsemane bei den Jüngern – manchmal? oft? oder gar immer? zum Vollbringen zu schwach.
Aber so muss es nicht bleiben! 
Aus den schlafsüchtigen Jüngern sind eifrige Beter,  Weltüberwinder, ja Blutzeugen Jesu geworden. Ihr Sieges-Geheimnis war: Sie hatten „die Kraft des Heiligen Geistes empfangen“ (Apg 1,8). Und sie bemühten sich, seinen Impulsen im Alltagstraining zu folgen – auch wenn dies nicht immer gelang (Gal 2,11ff.). Dabei erlebten sie – wie Billy Graham und viele andere – dass treuer Umgang mit Gottes Wort sich tatsächlich lohnt. Dass tägliches Bibellesen ein geistlicher „Jungbrunnen“ ist (Ps 1,2-3), das kann auch ich als 88jähriger Christ fröhlich bezeugen. Und ich möchte dies mit 10 Erfahrungs-Argumenten ermutigend und empfehlend begründen:

Welchen Gewinn bringt dir die tägliche „Zeit für Gott“ mit der Bibel?  

  1. Gottes Wort wird kräftiger als bisher in dir wirken

Das Wort Gottes ist in sich „lebendig und kräftig“ (Hebr 4,12). Aus seiner Kraftfülle wurdest du wiedergeboren (1 Petr 1,21). Zugleich enthält es geistliche Kraftnahrung für deinen neuen „geistlichen Menschen“. Wie ein Baby kann und wird dieser bei genügend „Muttermilch“ gut gedeihen und wachsen. Täglicher, intensiver Bibelumgang mit ist jedoch unerlässlich, damit das geistliche „Stillen“ gelingt.

  1. Kreativer Bibelumgang verleiht dir neues Selbstvertrauen

Ohne Christus im Herzen würde dich das Studienheft-Konzept überfordern. Aber Christus in dir bewirkt das „Wollen und das Vollbringen“. Als neue Kreatur vermagst du „alles durch den, der dich mächtig macht“, Christus. Dein neues Selbst vertraut darauf, dass dir „alle Dinge möglich sind“, wenn du es glaubst.

  1. Trainierte Lust an der Bibel ermöglicht dir Selbstbeherrschung (Ps 1,2)

Ohne Selbstbeherrschung kommst du zur „Zeit mit Gott“ jedoch nicht früh genug aus dem Bett. Christus als dein neues Selbst aber befähigt dich, deine Trägheit und Müdigkeit zu beherrschen.
Du brauchst dich davon nicht mehr bestimmen zu lassen. Im Glauben lernst du trotz mancher Rückschläge, „im Leben zu herrschen“ durch den einen, Jesus Christus“.

  1. Kräftige Bibel-Nahrung befähigt dich, stark zu werden (1 Joh 2,14)

Zum Aufstehtraining brauchst du nicht nur Zeit, sondern auch geistliche Energie. Das aber ist für dich als Christ kein Problem. Jesu Worte, die du zunehmend liest und hörst, befähigen dich, um „über Mauern zu springen“ (Ps 18,39). Die Mauern mögen Müdigkeit oder Trägheit, oder Augenlust oder Medienabhängigkeit heißen.

  1. Freiwilliges Bibelstudium befreit dich von Verhaltenszwängen

Dein bisheriges Aufstehen geschah unter Verhaltenszwängen zum unvermeidbaren Frühstücks- oder Arbeitsbeginn. Zur „Stillen Zeit“ zwingt dich jedoch niemand und nichts. Du tust es absolut freiwillig, weil dein neues Ich oder Selbst es so wünscht. Gewohnheits- und Bedürfniszwänge werden dir zu gehorchen beginnen. „Zu beginnen“ deshalb, weil du es – auch als Christ – zunächst einüben musst.

  1. Stetiges Bibeltraining fördert deine Persönlichkeitsbildung *

Gelegentliche Freiwilligkeitssiege sind zwar ermutigend, prägen aber nicht nachhaltig deine Persönlichkeit um. Charakter- und Persönlichkeitsbildung erfordern ein Freiwilligkeits- Verhalten als Lebensstil. Dieses Hochziel lässt sich auch von dir nicht ad hock, sondern nur langfristig unter ganzem Trainingseinsatz – nach Jesu Vorbild und dem von Paulus – erreichen (Apg 12,24-26; Phil 3,12).

  1. Geordnetes Bibelstudium stabilisiert deinen Charakter

Ein wichtiges Merkmal für hohen Persönlichkeitswert ist der stabile Charakter. Du erhältst ihn – gleichsam nebenbei – durch das Einüben einer täglichen, intensiven Zeit für die Bibel. Ein Sieg auf dem „Kampfplatz“ Stille Zeit trägt entscheidend dazu bei, deine vielleicht selbst verschuldete oder ererbte Charakterlabilität zu bezwingen. Setze in deinem Tagesablauf daher bewusst neue Prioritäten! Plane eine konkrete Bibelstudienzeit ein, auch wenn es dir fast unmöglich erscheint. Das Freude-an-der-Bibel-Konzept wird dir dabei helfen.

  1. Schriftliches Formulieren neuer Bibelimpulse macht dich geistig fit

Das Lesen oder Hören biblischer Wahrheit vermittelt Herzensimpulse. Sie gedanklich zu formulieren, vertieft und verankert sie. Sie werden „greifbarer“, um spontan oder ausführlicher darüber zu reden. Nimm dir die Zeit dafür! Übe es auf den leeren Zeilen und evtl. auch auf Zusatzpapier.

  1. Bibelkreis-Austausch baut dich auf und befähigt zum Teilen

Unersetzbar ist der Erlebniswert beim intensiven Gespräch um die Bibel. Jeder darf hier zu Worte kommen. Jeder wird selber beschenkt und darf „Lebensbrot“ weitergeben. Die ei-genen Notizen in den Studienheften helfen dir, „einander zu dienen“ (1 Pt 4,10). Mach fröhlich mit! Beginne, dich darin zu üben!

  1. Bibelerlebnis in Tagesrationen stabilisiert den Gewinn

Die „Tagesrationen“ der Studienhefte sind ergiebig und fordern zeitlich heraus. Statt einer großen „Bibelmahlzeit“ kannst du die „Freude an der Bibel“ auch in 2 oder 3 kleineren Rationen genießen. Eine günstige Aufteilung der Tagesrationen markieren die vertikalen Linien am linken Rand des Heftes. Diese Linienart steht für die Frühstücksration mit der Bibel. Diese hier für einen deftigen Mittagsnachtisch. Und diese für einen bekömmlichen Gute-Nacht-Segen.

Wie wäre es, als Einstieg morgen schon mit einer täglichen „Frühstücksration“ im Test-Studienheft zu beginnen?!

Nebeneffekt:
Tagebucheinträge (im Test-Heft) ermöglichen Erlebnisdokumente mit persönlicher Note. Zeugnishaft kannst du darin ein besinnliches Nachgespräch über deinen Tagesablauf gestalten. Dankbarkeit, neue Einsichten oder Entschlüsse werden dir und anderen nützen. 

*Zur Titelseite: Gipfelbild-Urheber und Motivationstrainers, Steve Kroeger, bestätigt:
„Der Weg zum Gipfel formt Führungspersönlichkeiten“

 

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Der Heilige Geist – mein privater Erzieher

Tägliche Geisterlebnisse – Privileg aller Nachfolger Jesu

Joh 14,26  Aber der Tröster (Helfer, Erzieher), der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe“.

Immer wieder werden sich Situationen ergeben, in denen Nachfolger Jesu sich fragen: „Was willst du, Herr, dass ich tun soll„.  Immer wieder brauchen sie daher neue Erlebnisimpulse, um die Weisungen des Heiligen Geistes zu erkennen – und danach zu befolgen.
Lasst mich dazu ein brisantes Beispiel erzählen: Während meines Studiums auf dem Bibelseminar St. Chrischona bei Basel stand ich eines Tages am Schweizer Zoll. „Haben Sie etwas zu verzollen“? wurde ich gefragt. „Ja“, antwortete ich und öffnete meinen Koffer. Der Zöllner notierte alles bis auf den Koffer selbst, den ich bewusst nicht erwähnte.
Diesen Koffer hatte ich nämlich für einen Schweizer Studenten gekauft. Ich erwähnte ihn nicht extra in der „guten“ Meinung, meinem Mitbruder finanziell  einen Gefallen zu tun, falls der Zöllner ihn übersah. Schließlich hatte ich ja den kompletten Inhalt plus Koffer auf den Zolltisch gelegt. Und es klappte dann auch…
Kaum saß ich jedoch auf der Schweizer Seite in der Straßenbahn, da sprach mich eine Frau an. „Oh“, sagte sie, „Sie haben einen schönen Koffer gekauft. Wie viel Zoll haben Sie denn dafür bezahlt?“ „Zoll – be – zahlt?“ stotterte ich. „Der ist nicht verzollt“, ergänzte ich schließlich, denn ich wollte nicht lügen. Energisch fuhr sie fort: „Aber Sie haben doch keinen Koffer gehabt, als Sie auf der Hinfahrt neben mir saßen. Warum haben Sie den Koffer denn nicht verzollt?“ Ich blickte zu Boden und konnte dazu nur noch schweigen.

Doch während der peinlichen Schweigeminuten  erweckte der Heilige Geist mein Gewissen. Nachdem die Schweizer Passantin ahnungsvoll ebenfalls schwieg, begann mein „privater Erzieher“ mich von meiner sündhaften „Wohltat“ zu überzeugen: Gott nimmt es bei den Seinen genau – wurde mir plötzlich bewusst. Nirgendwo hatte ich ja in der Bibel gelesen, dass er es erlaubt, „stellvertretend“ für andere den Staat zu betrügen. Und die Konsequenz? Zur Vertiefung dieser wichtigen Lektion hat mein göttlicher Mentor mir gleichsam eine „Hausaufgabe“ aufgegeben: Er motivierte mich, den unverzollten Koffer beim nächsten Grenzgang freiwillig wieder mitzunehmen und auf dem Rückweg als „Lehrgeld“ selbst zu verzollen. Dies tat ich dann auch.

Fazit: Es fällt nicht leicht, Jesus in den kleinen Dingen gehorsam zu sein. Doch bekanntlich wird/kann er uns die „großen Dinge“ nicht anvertrauen, solange wir seine Therapiemaßnahmen zur „Treue im Kleinen“ missachten? Wir qualifizieren uns jedoch als seine wahren Nachfolger, wenn wir bereit sind, die Impulse unseres privaten Erziehers ganz, gerne und gleich zu befolgen.
Was dabei Christi Werk in uns ist und was Jesus von uns persönlich erwartet, darauf gehe ich im z. Zt. besonders aktuellen Fußball-Buchtitel „Wir sind Weltmeister“ ausführlich ein.
Shalom

Aus dem geistlichen Minus zum geistlichen Plus

Zeugnishafte  Textauslegung über 2 Könige 4, 1-7

 

1 Und es schrie eine Frau unter den Frauen der Prophetenjünger zu Elisa und sprach: Dein Knecht, mein Mann, ist gestorben; und du weißt ja, dass dein Knecht den HERRN fürchtete. Nun kommt der Schuldherr und will meine beiden Kinder nehmen zu leibeigenen Knechten.
2 Elisa sprach zu ihr: Was soll ich dir tun? Sage mir, was hast du im Hause? Sie sprach: Deine Magd hat nichts im Hause als einen Krug Öl.
3 Er sprach: Geh hin und erbitte draußen von allen deinen Nachbarinnen leere Gefäße, aber nicht zu wenig, 4 und geh ins Haus und schließ die Tür zu hinter dir und deinen Söhnen und gieß in alle Gefäße; und wenn du sie gefüllt hast, so stelle sie beiseite.
5 Sie ging hin und schloss die Tür zu hinter sich und ihren Söhnen; diese brachten ihr die Gefäße herbei, und sie goss ein. 6 Und als die Gefäße voll waren, sprach sie zu ihrem Sohn: Reiche mir noch ein Gefäß her! Er sprach zu ihr: Es ist kein Gefäß mehr hier. Da stand das Öl.
7 Und sie kam und sagte es dem Mann Gottes an. Er sprach: Geh hin, verkaufe das Öl und bezahle deine Schulden; du aber und deine Söhne, nährt euch von dem Übrigen.

Fallen und wieder Aufstehen – Armutszeugnis bei Christen

Der obige Bibeltext ist mir als junger Christ zu einem Schlüsselerlebnis geworden. Ich hatte Jesus aufgenommen und freute mich der Vergebung meiner Sünden. Das änderte sich jedoch, je ernster ich bemüht war, Jesus konsequent zu gehorchen. In dieser Krisenphase bewegte sich mein Christsein zwischen Fallen und Aufstehen. Ich fasste gute Vorsätze, doch es gelang mir nicht, sie zu erfüllen. Erst später erfuhr ich eine Wende aus dem geistlichen Minus zum geistlichen Plus.

Und damit wären wir bei der verarmten Witwe in unserem Text. Sie durfte aus ihrem familiären und finanziellen Bankrott zu einem Leben im Überfluss finden. Ähnlich erging es mir während meines bitteren Herzens Bankrotts. Überraschend entdeckte ich, welch  herrlichen Reichtum ich eigentlich in Jesus Christus besitze. Das hat meine Einstellung zur Bibel, zum Christsein – und zu mir selber – erfreulich verändert.
An Hand der heutigen Geschichte möchte ich Ihnen jetzt  gleichnishaft von meiner eigenen „Öl-Krug-Erfahrung“ berichten. Denn sie hat mich aus dem Manko-Christsein zum beglückenden Christsein im Überfluss finden lassen. Einige meiner neuen Einsichten möchte ich jetzt vom Bibeltext her mit Ihnen teilen:

  1. Einsicht: Ich bin Gott zum Gehorsam verpflichtet.

Diese heilsame Einsicht entdeckte ich in Vers1: „Und es schrie eine Frau unter den Frauen der Prophetenjünger zu Elisa“, heißt es dort. Der Grund ihrer Aufregung war, dass die verarmte Witwe den Anspruch des Kreditgebers ernst nahm. Ihr war klar: von Rechts wegen müsste ich die fälligen Raten samt den Zinsen bezahlen. Und das wollte sie auch; aber sie vermochte es nicht.
Als junger Christ war ich versucht, es mir im Blick auf gewisse Sünden leichter zu machen. Ich wusste zwar um Gottes Anspruch, als sein Kind heilig leben zu sollen. Doch ich tendierte zur beruhigenden Meinung, dass Christen vom Gesetz befreit seien, weil sie die vergebende Gnade ja hätten. Die Bemerkung eines Verkehrspolizisten gegen Mitternacht schreckte mich auf. Auf meinen Einwand, es sei doch kein Auto zu dieser Stunde in Sicht, fragte er mich: „Wo steht geschrieben, dass die Straßenverkehrsordnung um Mitternacht nicht mehr gilt?
Nun wusste ich, wie Gott über mein Flirten mit gewissen Lieblingssünden als sein Kind denkt.
Doch mit meinem Entschluss, jede erkannte Sünde zu meiden, war der Kampf gegen das Böse noch nicht gewonnen. Ganz im Gegenteil:

  1. Einsicht war: Ich bin ein Sklave des Bösen

Was die arme Witwe dem Propheten Elisa bekennt, klingt wie ein Hilfeschrei über dem Abgrund: „Der Schuldherr“, so ruft sie verzweifelt, „will meine beiden Kinder nehmen zu leibeigenen Knechten“. Was ihr bevorstand, das war purer Sklavendienst. Nicht mehr tun dürfen, was man selbst will und gern täte, sondern leibeigen sein – immer nur gehorchen zu müssen: Das wäre doch „die Hölle auf Erden“!? Ähnlich beängstigend erging es mir, als ich gewisse Unarten – eigentlich Sünden – ablegen wollte. Ich denke dabei an den ererbten Jähzorn, an meine unreinen Gedanken oder manchmal auch – Lügen. Verzweifelt kämpfte ich zumeist erfolglos dagegen an. War ich denn als Christ noch – wie Paulus – „unter die Sünde verkauft“?

  1. Einsicht: Ich unterschätze, was ich in Jesus besitze

Elisa war bereit, der armen Witwe zu helfen. Doch er knüpfte bei dem an, was sie noch besaß. Er fragte sie: „Was hast du im Hause?“ Sie antwortete resigniert: „Deine Magd hat nichts“. Doch dann fiel ihr ein, dass sie noch einen Ölkrug hatte. Aber was war das bisschen Öl darin schon? Eigentlich hatte sie nichts, um ihre Schuld zu bezahlen. Umso mehr überraschte sie der seltsame Befehl des Propheten.
Gehe hin“, mutete er ihr zu, „und erbitte draußen  von allen Nachbarinnen leere Gefäße, aber nicht zu wenig, und gehe ins Haus, schließ die Tür zu hinter dir und gieß in alle Gefäße“. Die Frau war zunächst irritiert. Doch dann entschied sie sich, Elisa zu glauben. Auf Grund seiner Worte wollte sie glauben, dass sie reicher war, als sie es dachte. Sie wollte glauben, dass die wenigen Tropfen in ihrem Ölkrug reichten, um viele leere Gefäße, Töpfe, Kannen und auch Wannen zu füllen.
Auch ich entschloss mich –  wie die Witwe -, als Habenichts Gottes Wort zu vertrauen. Wie sie, so hatte auch ich noch etwas im Haus. Schließlich hatte ich ja Jesus in mein Herz aufgenommen. Somit besaß auch ich wohl noch einige Tropfen Öl, dachte ich. Doch der Prophet erwartete von der Witwe und von mir, an genügend Öl, also an die „Fülle“ zu glauben. Plötzlich ging mir auf, dass ich in und mit Jesus „die Fülle der Gottheit“ ja schon besaß. Bei dieser Einsicht begann ich mich zu schämen. Ich hatte viel zu lange an einen sehr kleinen Jesus geglaubt. Ich unterschätzte, dass ich in Jesus alles, was ich brauche, ja noch viel mehr, bereits im Glauben besitze (Kol 2,9-10; Rö 8,32).

  1. Einsicht: Gott erwartet, im Glauben zu handeln.

Die Geschichte bleibt spannend. Schon beim Besorgen  der leeren Gefäße galt es, mutig zu glauben. Manche Nachbarn waren besorgt, ob bei denen da noch alles stimmte. Doch Elisa hatte ihnen nicht gesagt: Wartet, bis euer Krug überläuft und danach handelt entsprechend. Vielmehr  befahl er ihnen, mit einem scheinbar leeren Gefäß viele leere Gefäße zu füllen. Folglich sollten sie nicht warten, bis ein Wunder geschah. Ohne etwas zu sehen, also „im Glauben“, sollten mit dem Einfüllen sofort beginnen.

Erstaunlicherweise vertraute die Frau dem Wort des Propheten. Und ihr Glaube wurde zur Tat – ohne einen „Glaubensbeweis“ zu empfangen: “Sie ging hin und tat so und schloss die Tür hinter sich und ihren Söhnen. Diese brachten ihr die Gefäße herbei und sie – goss ein“. Es mag sein, dass die Witwe vorweg einen scheuen Blick in den noch leeren Krug geworfen hatte. Vielleicht zögert sie, etwas zu tun, wodurch sie sich schließlich blamierte. Doch dann siegte ihr Vertrauen  auf das Wort des Propheten. Wider alle Vernunft ergriff sie den fast leeren Krug und begann mutig einzugießen. Und das Öl begann – still und füllig zu fließen.

Persönlich, stellte ich fest, dass es hilfreich  ist, Gott im Gebet für die vorhandene Fülle vorweg zu danken. Der Bibeltext lehrt uns – wie später auch Jesus Mt 6,6  -, dass leere Krüge in der „Gebetskammer“ gefüllt werden können. Viel zu spät wurde mir klar, dass ich seit der Bekehrung  einen unerschöpflich großen Reichtum besaß.
Der empfangene Heilige Geist reichte keineswegs nur für meinen eigenen Bedarf.
Es bietet sich an, die leeren Gefäße mit dem Liebesbedarf meiner Familie, der Nachbarn, Kollegen, Kritiker oder gar Feinde zu vergleichen. Wie bei der armen Witwe reicht mein Vorrat  aus, um alle leeren Gefäße zu füllen. Wau!  Welch ein Grund zum Freuen, Jubeln und Danken! – Aber auch ein Grund, weitere leere Gefäße zu sammeln! Und deren gibt es um uns her wahrlich genug. Aber nur her damit! Jeder wahre Christ besitzt mehr als genug, um sie zu füllen.
Ich gestehe, dass ich an diesem Punkt – trotz der neuen Einsicht – noch viel zu kleingläubig und daher zu untätig bin. Das soll sich ändern!

Wir sind Weltmeister!!

Global steigendes WM-Fußballfieber

Beispiel  für meinen Glaubens-Wettkampf als Christ

Vor ca. 4 Jahren kämpften die besten Fußball-Länderteams in Brasilien um die Weltmeisterschaft. Ich selber war hoch interessiert und verpasste wohl kein deutsches Spiel. Und wir Deutschen wurden tatsächlich Weltmeister… Ob wir aber Weltmeister bleiben hängt davon ab, ob unsere aktiven Kämpfer auch diesmal die weltbeste Einsatz-Kondition erarbeiten und durchhalten können.

Während der durchweg dynamischen Fußballkämpfe wuchs auch meine Begeisterung. Durch den Kampfesgeist der Spieler wurde ich inspiriert,  ihren zähen Siegeswillen mit meinem Glaubens-Wettkampf als Christ zu vergleichen. Daraus ist dann das Buchmanuskript „Wir sind Weltmeister!“ entstanden. (Beim Lesen im Original gibt es einige hilfreiche Graphiken)
In diesem Beitrag wirst Du die Einleitung zu dem geistlich motivierenden Buchinhalt finden.  Bereits diese hilft Dir,

  1. die Art Deines eigenen „Glaubens-Wettkampf als Christ“ zu entdecken
  2. sie leitet Dich an, die beste Kampfes-Kondition zu erreichen, zu bewahren und den Endsieg als ersehntes Ziel zu gewinnen
  3. als Konsequenz davon Deine Kampfesart evtl. zu ändern, zumindest jedoch, sie zu verbessern.

Doch nun, viel Freude beim Lesen der Anleitung für die erforderliche Siegeskondition.
Und viel göttlichen Beistand beim täglichen Kampfes-Training bis hin zum Endsieg.

Wir beginnen mit einige Vergleichspunkten

zwischen dem Kampf um die Fußball-Weltmeisterschaft und dem Glaubens-Wettkampf eines Christen:

  1. Vergleichspunkt: Der Siegespreis
  • Bei den WM-Übertragungen wurde die goldene Siegestrophäe als Ziel dieses globalen Ereignisses häufig gezeigt. Für die beteiligten Länder-Mannschaften war der Weltmeistertitel ein Ansporn, im Wettkampf daür alles zu geben.
  • Bei Christen geht es als Ziel ihres Glaubens-Kampfes um die Krone des ewigen Lebens (Offb 2,10). Mit dem Aufruf: „Sei getreu bis in den Tod“ ermutigt Jesus selbst Dich dazu, im irdischen Leben erfolgreich dafür zu kämpfen.
  1. Vergleichspunkt: Die Sieges-Kondition
  • Beim deutschen WM-Fußball-Team traten bei allen Interviews drei Merkmale deutlich hervor:
    1. Sie nahmen auch schwächere Gegner sehr ernst,
    2. Sie strahlten Sieges-Zuversicht aus,
    3. Sie wirkten nicht überheblich.

Die Siegeszuversicht resultierte:
> aus ihrer körperlichen und seelischen Top-Kondition,
> aus ihrem harmonisch-entspannten Miteinander und
> aus ihrem deutlichen Siegeswillen.

  • Für geistlich kämpfende Christen ist die gleiche Sieges-Kondition hoch aktuell. Um den Sieg über die Sünde und den Beherrscher der Finsterniswelt zu erleben, ist sie geradezu unerläßlich.Um diese entscheidende Sieges-Zuversicht zu erreichen, haben kämpfende Christen jeder Fußball- Crew drei Plus-Faktoren voraus:

> die Sieg versprechende Motivation des Wortes Gottes,
> die ermutigende Kraft eigener und begleitender Gebete,
> die stärkende Nähe des Heiligen Geistes – des „Christus in uns“.
 Mit dieser Welt-überwindenden Sieges-Kondition für Glaubens-Kämpfer werden wir uns im Hauptteil des Buches detailliert und ausführlich befassen.

 3. Vergleichspunkt: Die Wettkampf-Beteiligten

In allen WM-Fußball-Ländern gab es 3 Gruppen von Wettkampf-Beteiligten:

> die Wettkampf-Genießer
> die Wettkampf-Fans
> die Wettkampf-Aktivisten

Viele Millionen Wettkampf-Genießer waren engagiert dabei. Vor allem jedoch seelisch bzw. emotional. Dazu genügte ein bequemer Platz vor dem Fernsehgerät. Mühe, Finanzen oder sonstigen Einsatz für den Sieg investierten sie nicht – oder kaum.

Christliche Wettkampf-Genießer, die Jesus als ihre Hauptfreude kennen, haben die WM-Siege ihres Landes zumeist wohl als legitime „Nebenfreude“[1] Dabei hat ihr sonstiger Einsatz für Gottes Siege durch die zeitaufwendigen WM-Angebote kaum oder gar nicht gelitten.[2]

„Christen“, bei denen Fußball die Hauptfreude ist, werden von einem persönlichen Glaubens-Kampf kaum etwas wissen. Daher fehlen ihnen die Impulse, sich für Gottes Reich – etwa im Gemeindeleben – stärker zu engagieren.
Als Kirchenmitglieder können sie den kirchlichen Service – besonders im familiären Konsens – ohne spürbaren Einsatz oder Gewissenskonflikte trotzdem „geniessen“.

  • Die Fußball-Fans investieren für den Sieg ihrer Mannschaft wesentlich mehr. Als Vereinsmitglieder sind sie für ihr Hobby oft erstaunlich aktiv. Ihren Mannschaftssieg lassen sich viele von ihnen sich einiges kosten.

So haben Tausende von WM-Fans Brasilienflüge, teure Eintrittskarten plus Hotelkosten selber bezahlt. Bei den Wettkämpfen waren sie begeistert bemüht, ihr Lieblings-Team lautstark zu unterstützen.

  • Die christlichen Wettkampf-Fans investieren in ihren Kirchen und Vereinen häufig ebenfalls viel Zeit, Kraft und Geld. Sie lassen sich in Chöre, Vorstände und Ausschüsse wählen und fördern durch treuen Versammlungsbesuch ihre Gemeinden.
  • Dennoch besteht ein Unterschied zwischen den Fans und den nominierten Mannschaften. Diese sind die Aktivisten, die auf den Spielfeldern kämpfen.

Fans können ihr Engagement ganz nach Belieben gestalten. Die ernannten Wettkämpfer jedoch unterstellen sich einem gewissen Erwartungs-Druck. Man erwartet von ihnen, dass sie ihr Bestmögliches tun, dass sie bereit sind, für den Sieg alles zu geben.

Ob man sich nun in der Wettkampf-Arena schonungslos selber einsetzen will oder doch lieber nicht, das muss jeder Fan persönlich entscheiden.

4. Vergleichspunkt: Die Aufnahme in das aktive Wettkämpfer-Team

  • Für eine Fußball-Weltmeisterschaft wird die Manschafts-Aufstellung vom Bundestrainer entschieden. Der Trainer setzt voraus, dass seine Anwärter eifrig trainieren und im kleineren Vereins-Rahmen bemüht sind, hohe Leistung zu bringen. Chancen bei der Auswahl der Spieler haben folglich diejenigen, welche aktuell die besten Leistungs-Konditionen besitzen.Sind sie dann dabei, müssen sie hellwach alles tun, um ihre Spitzenkondition zu erhalten. Andernfalls werden sie bei den Ersatzspielern landen.
  • Für die aktive Teilnahme am Glaubens-Wettkampf gilt ein anderes Auswahl-Prinzip. Beim Himmelreichs-Trainer, Jesus, ist grundsätzlich jeder – auch bei miesester Kondition – als aktiver Wettkämpfer willkommen. Sein Beispiel bewirkt Wunder!
  • Diese großartige Eintritts-Chance besteht deshalb, weil Jesus die Bestleistung nicht voraussetzt, sondern das dafür nötige Konditions-Training selber durchführen will.
  • Er als der weltbeste Ausbilder (Coach) wird jedem Bewerber ganz individuell zu seiner Bestleistung im Reich Gottes verhelfen. Er will und wird auch für die nötige Konditionspflege selber zuständig sein.

Jesus bietet den Schwächsten eine Chance, es dennoch zu schaffen!
Was Jesus bei der Aufnahme als Wettkämpfer erwartet, sind  jedoch
zwei Grundsatz-Entscheidungen für den aktiven Wettkampf in Gottes Reich:

  1. Völlige Lebenshingabe an Jesus als Retter und Herrn
    Dazu sei auf die Bekehrung des Apostels Paulus verwiesen (Apg 9,1-18).
  1. Die aufrichtige Bereitschaft für den Wettkampf des Glaubens
    Das bedeutet, als Christ nicht Genießer oder Fan zu bleiben, sondern  gleich zu beginnen, zu allererst nach dem Reich Gottes zu trachten (Mt 6,33). Zur Sieges-Kondition führt – wie schon erwähnt –  nur ein Weg, nämlich
  1. für den Sieg alles zu geben
  2. b) auf falsche Motive bewusst zu verzichten.

Zu dieser Sieges-Kondition bekennt sich der Apostel Paulus eindeutig in seinem Philipperbrief, Kapitel 3, ab Vers 5. Was er in den Versen 13-14 zur Hingabe aussagt, habe ich in der 1. Graphik anschaulich illustriert.
Wie blockierend perfektionistische Motive sein können, das veranschaulicht Graphik 2. Beide Schaubilder sollen den Hauptinhalt dieses Buches zur Darstellung bringen.

Mein Wunsch und Gebet ist es, dass auch Du nach dem Lesen dieses Buches glaubensfroh ausrufen kannst: Ich bin ein Welt-Überwinder!

Shalom

[1] So ist es auch mir persönlich ergangen
[2] Ratsam ist es als Christ trotzdem, die Prioritäten persönlicher „Nebenfreuden“ ernsthaft zu überprüfen

„Geistliche“Phänomene – Pubertätserscheinungen!?

Eine Stellungnahme

Im Jahre 1994 unterschrieben pfingstliche und pietistische Leiter die Kasseler Versöhnungs-Erklärung. Seit 1909 hatte es durch eine antipfingstliche  Leiter-Koalition  die umkämpfte Berliner Erklärung (BE) gegeben. Beim dadurch ausgelösten, „Jahrhundert-Bruder-Konflikt“ ging es primär um die scheinbar „von unten“ stammenden „geistlichen Phänomene“ wie Zungenrede, Umfallen, Lachen „im Geist“, sowie leider auch spektakuläre Symptome.
Beim Zustandekommen der Kasseler Versöhnungs-Erklärung wirkte eine Versöhnungs-Initiative BE (BE = Berliner Erklärung) mit über 100 Verkündigern beider Seiten impulsgebend mit. Als Schriftleiter dieser Initiative habe ich damals zu dieser – nur scheinbaren – Konfliktursache im Namen aller mitbeteiligten Verkündiger klärend Stellung bezogen.
Laut der engagierten Berichterstattung im Blogbeitrag von  Jonas Erne kommen die gleichen Syptombewertungen durch säkulare Filmberichte heute wieder diskreditierend ins Spiel. Darum möchte ich meine/unsere klärende Stellungnahme hier ungekürzt an Euch weitergeben:

Biblische Grundsätze bei übernatürlichen Phänomenen

(1 Kor 13,1.11; 14,20.23.32.40)

Wir glauben, dass die übernatürlichen Erscheinungen sowohl um die Jahrhundertwende als auch heute eher zweitrangig sind. Unser theologischer Schwerpunkt liegt nicht bei der Gabenfrage (1 Kor 12-14), sondern bei der Heiligungsfrage (Rö 6-8). Darum konzentrieren wir uns vorrangig auf die Buße, die zu geistgewirkter Heiligung führt. Als Frucht davon erwarten wir Aussöhnung, brüderliche Liebe und neue Dynamik im missionarischen Dienst.
Auf die oft gestellte Frage, wie wir die “Geistlichen Phänomene“  einordnen, seien sieben biblische Merkmale genannt, nach denen wir die jeweilige Situation differenziert zu prüfen und zu bewerten versuchen.

1. Erkennungsmerkmale bei Buß-Phänomenen

Sowohl in der Bibel als auch in der Kirchengeschichte werden übernatürliche Phänomene, wie Hinfallen (Apg 9,4) oder Zittern (Apg 16,29) eindeutig bezeugt. Diese stehen durchweg im Zusammenhang mit göttlichem Wirken. Bei Paulus und dem Kerkermeister zu Philippi sind sie eine Reaktion auf Gottes direktes Eingreifen. In John Wesleys Erweckungsberichten wird deutlich, dass solche Erscheinungen a) auf Grund vollmächtiger Bußpredigt und b) als Symptome für beginnende Sinnesänderung (Buße) auftreten können. Unübersehbar ist die Tatsache, dass die davon Betroffenen zumeist Menschen waren, die bislang „tot in Sünden und Übertretungen“ (Eph 2,1) fern von Gott lebten. Ihr Zittern, Hinfallen oder Aufschreien zeigte, wie sehr sie in der Gegenwart Gottes über ihren verlorenen Zustand erschraken.
Den Erweckungsberichten zufolge traten die übernatürlichen Phänomene nicht prinzipiell auf, wurden jedoch prinzipiell als Buß-Phänomene erlebt und gewertet. Sie wirkten sich nicht „erfrischend“, sondern zutiefst erschütternd aus. Man fühlte gleichsam die Qualen der Hölle und schrie nach Errettung. Es versteht sich von selbst, dass solche Buß-Phänomene weder gewollt noch gesucht worden sind. Sie lassen sich vielmehr mit „Geburtswehen“ vergleichen.

 2. Unterscheidungsmerkmale bei „Erbauungs“-Phänomenen

Es fällt auf, dass die Phänomene des sogenannten Torontosegens u. a. durchweg anders erlebt und bewertet werden. Den Zeugnissen zufolge dürfte es eine weitere Art übernatürlicher Erscheinungen geben. Statt von Bußphänomenen müsste hier eher von Erbauungs- oder Erfrischungsphänomenen die Rede sein. Damit stünden wir vor der Frage, ob Gottes Geist gleichartige Phänomene unter ungleichen Bedingungen mit unterschiedlichen Ergebnissen wirkt. Wenn ja, musste im Einzelfall geklärt werden, um welche Art bzw. welchen Typ von Phänomenen es sich dabei handelt.
Die Bußphänomene werden eindeutig durch geistgewirkte Bußpredigt als Zeichen tiefgreifender Buße ausgelöst und bestimmt. Bei den Erscheinungen etwa des „Torontosegens“ läßt sich größtenteils eine andere Ausgangsbasis feststellen. Übereinstimmend für beide Arten wäre die Annahme, dass es „körperliche Reaktionen auf das Wirken des Geistes und Wortes Gottes“ sind. Abweichend vom Wirkungsprinzip der Bußphänomene zeigen sich in der Praxis des „Torontosegens“ folgende Punkte:

  1. a) Die Phänomene wie Hinfallen, Schreien, Lachen oder Zittern werden überwiegend von wiedergeborenen Christen erlebt. Daran wird klar, dass es keine Bekehrungsphänomene bzw. „Geburtswehen“ sein können.
  2. b) Die begleitende Predigt richtet sich großenteils nicht an Unbekehrte, sondern an Gläubige, die den Herrn neu erleben und im Glauben gestärkt werden wollen.
  3. c) Die erlebten Phänomene treten nicht überraschend auf, sondern werden von Versammlungsleitern und -besuchern überwiegend gesucht und erbeten.

Es ist wichtig, den Unterschied zwischen Bekehrungs- und Erbauungsphänomenen zu beachten. Beide wären laut 1. Korinther 12-14 prinzipiell legitim. Da die Bußphänomene in Ursache und Wirkung eindeutig sind, wollen wir uns im Weiteren mit den z.Z. aktuellen Phänomenen des „Torontosegens“ befassen.

3. Die Wirkungsmerkmale bei übernatürlichen Phänomenen

Bekannterweise wird im Neuen Testament über körperliche Reaktionen oder Phänomene hauptsächlich im Zusammenhang mit der Bekehrung berichtet. So stellt sich die Frage, welcher Ursache oder welchem Wirkungsprinzip wir die Erbauungsphänomene bei Christen zuordnen müssen. Es bietet sich an, diese mit dem Zungenreden in Verbindung zu bringen. Dieses wurde in der Urgemeinde einerseits als Merkmal erfahrener Wiedergeburt bzw. Geistestaufe (Apg 10,46), aber auch als erbauend für Bekehrte erfahren (1 Kor 14,4). Da die „Torontophänomene“ zumeist im letzteren Sinne praktiziert werden, könnte man sie – allerdings mit Vorbehalt – den Gaben des Heiligen Geistes zuordnen (1 Kor 12,1). In der Kategorie der Geistesgaben müssten bei den Phänomenen jedoch – soweit sie offiziell im Gemeindeleben auftreten – folgende Kriterien oder Wirkungsprinzipien gewährleistet sein:
Sie müssten zum Nutzen und zur Erbauung aller Versammelten dienen (1 Kor 12,7; 14,5).

  • Die Gabenempfänger dürften sich dem Geist nicht unkontrolliert überlassen, sondern das Geschehen bewusst lenken können, da „die Geister der Propheten diesen untertan sind“ (1 Kor 14,32).
  • Sie dürften das Prinzip des Anstandes und der Ordnung nicht ungehindert verletzen (1 Kor 23.33).

Nach dem neutestamentlichen Menschenbild ist davon auszugehen, dass jeder Mensch – auch der Unbekehrte – jederzeit die bewusste Kontrolle darüber behalten soll, was in ihm und mit ihm geschieht. Eine „Vergewaltigung“ oder Fremdsteuerung des Ich bzw. der Persönlichkeit versuchen nur die Geister des Bösen (Apg 19,15.16). Wie Gott keinem Christen eine Geistesgabe aufoktroyiert, so werden auch nur diejenigen, die sich den „Torontophänomen“ bewusst öffnen, solche erleben.

4. Bewertungsmerkmale für übernatürliche Phänomene

Paulus klärt die Gemeinde in Korinth darüber auf, dass die Christen für den richtigen Umgang mit Geistesgaben selbst verantwortlich sind. Es war vorgekommen, dass Gemeindeglieder das übernatürliche Phänomen der Sprachenrede überbewerteten und nicht zum Nutzen, sondern zum Anstoß anderer missbrauchten. Daher gibt ihnen der Apostel eine Bewertungshilfe für den Umgang mit geistlichen Gaben. Paulus erinnert an das zunehmende Urteilsvermögen eines Heranwachsenden. Bei einem Kind ist „kindliches Denken“ bzw. Bewerten normal und legitim (1 Kor 13,11). Damit entschuldigt Paulus quasi, dass sie das übernatürliche Phänomen des Zungenredens zunächst überschätzten und die Prinzipien des rechten Gebrauchs übersahen. Er ermahnt sie jedoch, nicht beim kindlichen Bewerten und Verhalten stehenzubleiben. Sie sollten aus Fehlern lernen und „im Verständnis“ (z.B. des Stellenwertes der Phänomene) erwachsen werden (1 Kor 14,20). Es wurde also höchste Zeit, die übernatürlichen Phänomene

  • nicht als besondere geistliche Qualität,
  • nicht als Bestätigung ihrer richtigen Gottesbeziehung und
  • nicht als Vorzug gegenüber anderen Christen zu missbrauchen. Falls sie es weiterhin täten, würde er diese kindliche oder kindische Handhabung äußerer Symptome als babyhaftes Verhalten oder bestenfalls als Pubertäts-Erscheinung ansehen müssen.

Sofern wir die „Torontophänomene“ als Gabe des Geistes betrachten, wäre das paulinische Bewertungs- und Umgangsprinzip ebenfalls darauf anzuwenden. Entwicklungsgeschichtlich angewandt ließen sich die turbulenten Kasseler Ereignisse (um 1909) in der jungen Pfingstbewegung mit frühkindlichem Verhalten, ähnliche Ungereimtheiten bei den „Torontophänomenen“ mit der pubertären Phase junger Menschen vergleichen.

5. Umgangsmerkmale mit phänomenorientierten Christen

In der Schule des Apostels Paulus lernen wir sowohl den Umgang mit übernatürlichen Phänomenen als auch mit Phänomene praktizierenden Christen. Sein Vergleich mit dem wachstumsbedingten Verständnis bei Heranwachsenden kann uns im Umgang mit Gemeinden und Bewegungen helfen, die übernatürliche Erscheinungen (über)schätzen.

In der Kirchengeschichte fällt uns auf, dass diese Symptome zumeist im Anfangsstadium, also bei relativ jungen Gemeinden, wie in Korinth, oder in Bewegungen, wie dem jungen Methodismus, vorhanden sind. Das ist zuallererst ein Zeichen für neues geistliches Leben. Vom Gemeindegründer Paulus wäre zunächst zu lernen, welches Verhalten gegenüber den phänomenorientierten Christen, Gemeinden oder Bewegungen nicht hilfreich ist:

  • Paulus be- und verurteilt diese Erscheinungen nicht pauschal als „dämonisch, seelisch oder hysterisch“. Er erkennt grundsätzlich an, dass sie im Gemeindeleben präsent und nützlich sein können.
  • Paulus distanziert sich solcher Phänomene wegen nicht von der jungen Christengemeinde und postuliert nicht, sie sei hoffnungslos einem Schwarmgeist verfallen. Vom familiären Vergleich her würde diese Haltung bedeuten, dass Eltern oder Geschwister ein Baby wegen seines Schreiens und gelegentlichen Gestanks empört sich selbst überlassen.
  • Paulus warnt auch nicht solche Gemeinden, bei denen solche Phänomene nicht vorkommen, etwa davor, mit der schwarmgeistigen Bewegung Kontakte zu pflegen. Das würde bedeuten, sie nicht mehr als Geschwister anzuerkennen. Solches Verhalten ließe – milde ausgedrückt – genauso auf jugendliche Unreife schließen.

 6. Seelsorgemerkmale beim Umgang mit phänomenorientierten Christen

Paulus geht auf die phänomenorientierten Korinther seelsorgerlich beratend ein. Das zeugt von geistlicher Reife und wohlwollendem Verständnis gegenüber gefährdeten Christen. Er handelt wie ein liebender Vater nach erzieherischen, wachstumsorientierten Grundsätzen:Der Apostel sieht zuerst die positiven Faktoren im Gemeindeleben und erkennt diese an (1 Kor 1,4-7).

  • Er redet darüber, was für ein geistliches Wachstum wesentlich ist (Kap.13), zeigt aber auch auf, wo die Fehlbewertungen liegen (Kap.14).
  • Er kritisiert nicht nur, sondern zeigt praktisch auf, wie Christen mit geistlichen Gaben und Phänomenen umgehen sollen (Kap.14).
  • Paulus warnt vor den Folgen des Gabenmissbrauchs (Kap.14,23) und ermutigt zum regen Gebrauch aller geistlichen Kräfte und Gaben (Kap.14,26.39).

 7. Erwartungsmerkmale beim Umgang mit phänomenorientierten Christen

„Junge“ Christen, Gemeinden und Bewegungen sind in der Regel unbeschwert, flexibel und erneuerungswillig. Das ändert sich – wie die Geschichte bestätigt – nach jahrzehnte- oder jahrhundertelanger Tradition. Kindheit und Jugend sind eben die Lebensphasen, in denen der Mensch lernt und geprägt wird. Darum wissen Eltern und Ausbilder, dass der Jugend die Zukunft gehört. Das zu hoffen und zu erwarten ist auch geistlich gesehen wichtig und richtig.
Nach dem Grundprinzip zukunftsoffener Erziehung orientiert sich auch Paulus. Er sieht bei seinen korinthischen „Kindern“ u.a. auch die „charismatischen“ Schwächen. Sie äußern sich in ihrem unreifen Drang nach sichtbaren, hörbaren, fühlbaren Geistessymptomen. Sie stützen sich noch zu wenig auf Gottes Zusagen im geschriebenen Wort. Es fällt ihnen noch schwer, nichts zu sehen oder zu fühlen und dennoch zu glauben (Joh 20,29).
Kinder im Glauben benötigen diese Phänomene scheinbar noch, um sich in ihrem jungen Glaubensleben vor Gott und vor Menschen bestätigt zu wissen. Im Pubertätsalter erleben Eltern mancherlei Überraschungen. Dabei passieren gelegentlich kindische, kuriose oder manchmal auch „skandalöse“ Dinge. Besonders im Gefühlsbereich sind ihre Teenies noch recht unausgegoren.
Aber „reife“ Eltern sehen nicht nur die Pannen. Sie wissen, das gehört in diesem Alter einfach dazu. Sie meckern nicht ständig, sondern ermahnen, trösten, ermutigen und bauen die Persönlichkeit der Jugendlichen hoffnungsfroh auf. Sie blicken nach vorne und wissen, dass ihre „Sorgenkinder“ das, „was kindisch ist“, ablegen (1 Kor 13,11), die kritischen Phasen durchstehen, ja dass sie aus ihnen reifer, gefestigter, urteilsfähiger hervorgehen werden.

Größeres als Phänomene und Gaben

Im Rahmen dieser heiklen Thematik betont der Apostel Paulus, dass es Erstrebenswerteres gibt als besondere Erlebnisse und glänzende Gaben: das Vorhandensein der göttlichen Liebe (1 Kor 13). Damit unterstreicht er die anfangs erwähnte Äußerung, dass die Frage der übernatürlichen Phänomene nicht die Hauptsache ist. Liebe, die sich im Alltagsleben bewährt, ist eine Frucht des Heiligen Geistes. Daher ist sie das wichtigste Merkmal und Kriterium darüber, ob wir geisterfüllt, den Menschen nützlich und Gott angenehm sind. Damit wären wir beim eigentlichen Thema der Initiative BE. Es lautet: Heiligung durch den Christus in uns und Lebenserneuerung durch den Heiligen Geist. Daraus erwächst echte Einheit im Geist und missionarische Initiative.

Wie die geschichtlichen Dokumente bestätigen, ist die befreiende Heiligungsbotschaft infolge der Berliner Erklärung als perfektionistisch verdächtigt worden. Das biblische Zeugnis, nach dem Christen „der Sünde gegenüber gestorben“ sind und als mit-Christus-Auferweckte für Gott leben dürfen (Röm 6,18), wurde verdrängt und ist nahezu verlorengegangen. Dadurch entstand ein Verlust für das Volk Gottes, der sich schädlicher auswirkte als die unguten Nebenerscheinungen damals und jetzt. Um diesen Schaden zu heilen, ist es nötig, Buße zu tun und die Ära der Berliner Erklärung offiziell zu beenden.

Erlöstes Christsein, Eins sein in Jesu Liebe und missionarischem Dienst will Gott seinem Volke neu schenken.

Shalom

 

„Ungewollt“ schwanger – was nun?

Laut idea (11,2018) „wurden 2017 in der BRD…101.209 ungeborene Kinder im Mutterleib getötet“. Unter „Tötung“ versteht  Wikipedia „die vorsätzliche Tötung eines in der Gewalt der Hinrichtenden befindlichen, gefangenen Menschen“. Inzwischen dürfte anerkannt sein, dass Embryos genetisch gesehen schon „vollkommene Menschen sind. Folglich handelt es sich bei ärztlich vollzogenen Abtreibungen quasi um eine staatlich geduldete – und zumeist auch bezahlte – „Hinrichtung“ völlig unschuldiger Menschen.

Erleichtert bzw. ermöglicht wird diese „strafbare Handlung“ durch eine sogenannte “Konfliktberatung“, deren Bescheinigung eine straffreie Abtreibung bzw. Tötung embryonaler Menschen erlaubt. Bislang war bzw. ist die offizielle Werbung für diesen Abtreibungs-Schleichweg verboten. Kaum aber ist die neue Koalitionsregierung im Amt, wollen linkslastige Politiker dafür wieder kämpfen. Welche Schizophrenie: Eine gesetzlich verbotene Hinrichtungspraxis will man nicht nur erdulden, sondern sogar ungestraft für sie werben.
Beim politischen Tauziehen um eine gesetzlich „legitime“ Abtreibungspraxis hat es schon vor Jahren einen Lichtblick gegeben. Es war der konsequente Ausstieg der Papstkirche  aus der Mogelpackung: „bescheinigte Konfliktberatung als Erlaubnis zum Morden“. Doch dabei zeigte sich – und zeigt sich bis heute, dass sogar die katholischen Bischöfe beim heißen Thema Abtreibung uneinig sind. Es wird wieder neu aktuell, was ich damals als biblische Orientierung für eine Zeitung schrieb:

Beratungsschein ja oder nein?
Sie haben es nicht leicht, die katholischen Bischöfe. Auf wen sollen sie hören? Wofür oder besser für wen sollen sie sich beim Thema „Beratungsschein ja oder nein?“ entscheiden? Fangen wir beim schwächsten Glied  in der Kette derer an, die von ihrem Votum betroffen sind, dem Baby im Leib seiner Mutter. Dieses ist ein zwar embryonaler, aber nach dem heutigen Wissensstand genetisch bereits „vollkommener“ Mensch. Für  das Baby geht es bei der Frage nach dem Beratungsschein um Tod oder Leben. Wird er ausgestellt, ist zumeist sein Todesurteil gesprochen. Doch wer stirbt schon gerne? Wäre es ihm möglich, würde das Baby verzweifelt schreien: Stellt den Schein nicht aus! Tötet mich nicht; ich will doch leben!

Leben steht gegen Leben
Dann haben die Bischöfe bei ihrem Votum auf die Stimme der Eltern zu achten. Diese können – im Unterschied zum Kind – ihren Willen bekunden. Und das tun sie, wenn sie etwa einen Beratungsschein wünschen. In der Regel haben sie ihre Entscheidung, das Kind abzutreiben, schon vorher getroffen. Nicht wenige wünschen von den Beratern: helft uns, unser Kind loszuwerden, um optimaler leben zu können. Leben steht gegen Leben. Zweifellos wurde oft verantwortungsbewußt, also zugunsten des Kindes beraten und auch entschieden. Das könnte natürlich auch ohne Beratungsschein auf einer weit solideren Basis erfolgen.
Dann ist da noch die Stimme des Volkes – auch des religiösen Volkes –, die das bischöfliche Urteil erschwert. Wollten sie dem Volksbegehren nachgeben, so müßten die Kirchenvertreter beim Beratungsschein mit Tötungserlaubnis verbleiben. Nur ein paar „Ewig-Gestrige“ sind heute noch dagegen.

Die Stimme der Politiker und Ärzte
Und dann hat für die Bischofsentscheidung auch die Stimme der Politiker Gewicht. Allerdings hat der Gesetzgeber sich deutlich genug für eine Tötungserlaubnis seiner hilflosesten Bürger per Beratungsschein ausgesprochen. Das war wohl auch so zu erwarten, da man ja schließlich vom Volk gewählt werden will. Und dieses forderte lautstark sein „Recht auf den eigenen Bauch“.
Doch vielleicht sollten die Bischöfe das Urteil der Abtreibungskliniken und -ärzte auch mit beachten. Diese wollen ja schließlich den bedrängten Müttern oder Eltern mit ihren Tötungspraktiken angeblich helfen. Darum ist ihnen jeder Beratungsschein wichtig. Versteht sich, als Hilfsmittel, um Gutes zu tun, und ganz nebenbei auch noch gutes Geld zu verdienen.

Erstaunliche Einmütigkeit auf evangelischer Seite
Doch sicherlich wäre auch ein vorsichtiger Blick über den konfessionellen Zaun zu den evangelischen Bischöfen nicht zu verachten. Erstaunlich, die Bischofskollegen der EKD haben es leichter. In der Frage nach dem Beratungsschein sind sie sich einig. So gab es denn auch den einmütigen Beschluß, abtreibungswilligen Eltern die Tötungserlaubnis nicht zu verweigern. Man müsse Mitgefühl haben, wird hier argumentiert. Es wäre unbarmherzig, sie in solcher prekären Konfliktsituation im Stich zu lassen. Über die Konfliktsituation der Babys, die dabei qualvoll umgebracht werden, wird allerdings überhaupt nicht diskutiert. Ob man sich dieser blauäugigen Hilfsbereitschaft guten Gewissens anschließen kann, ist jenseits des Zaunes dann doch selbst zu entscheiden.

Nein, sie haben es nicht leicht, die Bischöfe. Sollen und können sie es wagen, bei solch einer breiten Front für den Beratungs- und Tötungsschein etwa doch noch dagegen zu stimmen?
Aber halt, da haben wir fast eine sehr wichtige, vielleicht die wichtigste Stimme vergessen, die für das Bischofsurteil maßgeblich ist: die Stimme des Papstes aus Rom. Und der Papst wagte es und – stimmte dagegen. Doch das Papsturteil macht die Lage dramatisch. Damit steht jeder katholische Bischof vor der Frage: Warum bin ich als Bischof nicht frei, nach eigenen Kriterien mein eigenes Urteil zu sprechen? Bin ich absolut an das Votum des Papstes gebunden? Gewiss sind Bischöfe frei. Aber für einen Bischof hat dies – wie jeder weiß – Konsequenzen. Bischof zu sein, ist wahrlich nicht leicht. Auf wen soll er hören?

Vor Gottes Richterthron werden keine vagen Argumente oder Schlagworte gelten.
Aber nur vordergründig haben die katholischen Bischöfe es schwerer. Jeder der vorher Benannten steht seinerseits vor der gleichen Frage, auf wen er hören will. Jeder Arzt, jeder Politiker,  jedes Elternteil und jeder Bürger des Volkes muß letztlich für sich selber entscheiden. Und jeder Bischof und auch – der Papst. Es gibt nur eine Ausnahme, nämlich das Baby im Mutterleib. Es ist unfähig, für sich selbst zu entscheiden. Verantwortlich für das, was mit ihm geschieht, sind daher die anderen. Sie sind sehr wohl in der Lage, über Leben und Tod zu entscheiden. Sie alle können und sollten sich daher ausnahmslos an Gottes Willen und Wort orientieren.
Diese höchste und letzte Instanz haben wir bisher noch nicht um ihr Urteil befragt. Wir haben den Papst, die Bischöfe, Ärzte, Politiker, Bürger und Eltern zu Wort kommen lassen. Sie alle aber tun gut daran, ja sie sind gefordert, Gottes Willen als Maßstab und Kriterium für das eigene Urteil zu machen. Für sie alle steht schon im Alten Bunde geschrieben: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert: nichts als Gottes Wort haltenMi 6,8 . „Und Jesus selber sagt: „Selig sind, die Gottes Wort hören und danach tun“ (Lukas 11,26).
Darum werden einst vor Gottes Richterthron auch keinerlei vage Argumente oder Schlagworte gelten. Jeder Mensch wird Gottes Frage beantworten müssen: „Hast Du nach meinem Willen gefragt und getan?“ Und im Hinblick auf Beratungsscheine mit Todesfolge heißt es eindeutig von der allerhöchsten Instanz: „Du sollst nicht töten!“ Aber:

Vor Christi Gnadenthron gibt es Freispruch und Befreiung für Sünder
Bevor jeder Mensch einst vor Gottes Richterthron steht, lädt Jesus Christus jeden schuldig Gewordenen  schon hier und jetzt zu seinem Gnadenthron ein. Wer zu ihm kommt, der kann – wie einst die ertappte Ehebrecherin – bei ihm Vergebung seiner Schuld und einen Neuanfang finden.
In Joh 8, ab Vers 10 lesen wir: „da richtete Jesus sich auf und sprach zu ihr: Wo sind deine Ankläger, Frau? Hat dich niemand verdammt? 11 Sie aber sprach: Niemand, Herr. Jesus aber sprach: So verdamme ich dich auch nicht; geh hin und sündige hinfort nicht mehr“.

Ich denke mir, dass die zutiefst noch erschütterte Frau beim Fortgehen leise stammelte:
Danke, Jesus, ich fasse es kaum, aber ich glaube es dir: Du hast mir diese – und alle anderen Sünden – wirklich vergeben. Danke dafür! Danke aber auch für die nötige Kraft, dass ich hinfort nicht mehr – wie bisher – weiter sündigen muss. Darum entsage ich fortan der Sünde“.
Zu diesem festen Vertrauen 1. an die geschenkte Vergebung und 2. an die bewahrende Kraft Christi, der fortan in dir lebt, möchte ich dich als „Botschafter an Christi statt“ ermutigen (2Kor 5,20).
Shalom

 

Christsein progressiv und/oder konservativ?

Biblipedia – weitherzig, bibeltreu, vermittlungsoffen

Trotz der deutlich ungleichen Herkunftsprägung  in unserer Blog-Sphäre hat es erstaunlich „stimmige“ Beiträge zur evangelikalen Krisen-Entwicklung gegeben.
Sowohl für die Stellungnahme zur MEHR-Konferenz2018 von Uwe Brinkmann, wie für den Beitrag „Der dünne Vorhang“  von Frank Laffin , als auch den Humor-Beitrag „Neue Rebellen werden traditionell-konservativ“ und „Die nächsten großen Fragen unserer Zeit“ von Jonas Erne   möchte ich den Verfassern herzlich danken.
Worum es insgesamt geht, brachte Uwe Brinkmanns Formulierung: „Kathpop – und die evangelikale Krise am Beispiel der Mehrheitsmeinung zur MEHR2018“ auf den Punkt.
Entwicklungs-offener Austausch gefragt?
Diese, sowie auch ähnliche Äußerungen sind für mich persönlich, aber auch für die Standort-Bestimmung unserer biblipedia-Öffentlichkeitsarbeit hoch aktuell. Da manche Fragen die schwächelnde evangelikale Identität betreffen, sind sie zugleich als Impulse für bevorstehende Erörterungen darüber wichtig. Vielleicht könnte sich unsere „blockfreie“ biblipedia-Position noch zur neutralen  Orientierungs-Plattform im konturschwach werdenden evangelikalen Spektrum entwickeln.

„Herzlich willkommen“
Jonas Erne sieht wegen „Überalterung“ im progressiv-liberalen Lager „für die jungen Rebellen nur noch die Möglichkeit, traditionell, konservativ und bibeltreu zu werden“.
Auch das ist bei der heutigen Abgrenzungs-Öffnung weder anstößig noch ein Problem.
Wenn oder weil dem so ist, darum breite ich als bislang stabiler Konservativer beide Arme aus und rufe: Herzlich willkommen! Und noch mehr: Diese herzliche Einladung gilt meinerseits sogar „für die alten Rebellen“. Nicht wenige von ihnen sind es m. E. inzwischen leid, im Kontra-Modus weiter zu „bellen“. Und ihr als Hauptrebell verpönter und gekreuzigter Rebellen-Chef, Jesus, wird sich freuen, auch sie in seine versöhnenden Arme zu schließen. Denn laut seiner Zusage in Joh 6,37 stößt er – soweit sie bußfertig kommen (Offb 3,19-20) – auch aus Altersgründen niemand hinaus.
Standpunkt-Veränderung durchaus ok
Zu dieser brisanten, aber zugleich seelsorgerlichen Thematik möchte ich mich von meinem ultra-konservativen Standpunkt her weiterhin deutlich äußern. Übrigens „ultra-konservativ“ nicht deshalb, weil ich den normal-konservativen Standpunkt ignorieren, sondern kirchengeschichtlich weiter zurück, also ganzheitlicher als in der heutigen Diskussion üblich, ansetzen möchte. Diesen geschichtlichen Blickpunkt möchte ich als Heilslinie „im erwecklichen Protestantismus“ bezeichnen.
Aus publikations- relevanten Gründen habe ich abschließend noch eine Bitte an uns alte und junge, aber bekehrte und begnadigte – und hier publizierende „Rebellen“ – mich eingeschlossen: Lasst uns beim Erstellen und Posten unserer Beiträge die optimal formulierte Inhalts-Definition unserer  biblipedia-Beiträge: Biblische Lehre für die Blogo-Sphäre, bewusst beachten!
Klare Standort-Bestimmung wichtig
Diese eindeutige Positionierung unseres geistlichen „Herzschlags“ ist für die zu erwartende  Vertrauens- und Beliebtheitsbasis unserer Austausch- und Lehrplattform unerlässlich. Ausrutscher wie „So macht Kommunismus Spaß!“ sind unter uns sicher verzeihlich, aber nicht statthaft, wenn man unseren selbstdefinierten Lehrauftrag ernst nehmen soll.   Shalom!